Kein Ebola-Fall am Bernhard-Nocht-Institut


Hamburg (bni) – Gestern machte die berunruhigende Meldung einer Ebola-Infektion in Hamburg die Runde. Gestern Abend gab das Hamburger Institut für Tropenmedizin Entwarnung.

Eine Wissenschaftlerin des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) hatte sich am 12. März 2009 durch eine oberflächliche Nadelstichverletzung bei Arbeiten im Hochsicherheitslabor des Instituts trotz Schutzkleidung möglicherweise mit Proben des Ebolavirus kontaminiert.

Noch am selben Tag wurde die Wissenschaftlerin im UKE untersucht und am folgenden Tag vorbeugend auf der Infektionsstation des UKE aufgenommen. Da sie keine Symptome zeigte, bestand auch zu dieser Zeit keinerlei Ansteckungsgefahr und somit keine Gefahr für Kontaktpersonen.

Nach sofortiger Rücksprache mit internationalen Experten in den USA und Kanada und einer gemeinsamen Risikoabwägung wurde eine Behandlungstrategie erarbeitet. In Anbetracht der hohen Sterblichkeit nach einer Infektion mit dem Ebolavirus und mangelnder Möglichkeiten der Vorbeugung oder Behandlung wurde empfohlen, die Patientin mit einem Impfstoff zu behandeln, der in den USA in einer präklinischen Studie an Menschenaffen erfolgreich angewandt wurde.

Kanadische Wissenschaftler stellten den Impfstoff schnell und unbürokratisch zur Verfügung. Als erwartete Impfreaktion trat 24 Stunden nach Verabreichung des Impfstoffs vorübergehend Fieber auf. Da allerdings auch eine Ebola-Erkrankung mit Fieber beginnt und dann die Gefahr der Ansteckung besteht, hat das UKE zunächst den Verdacht einer Erkrankung ausgesprochen und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Die Patientin wurde in eine für derartige Fälle im UKE vorgehaltene Isoliereinheit verlegt.

Inzwischen ist die Patientin seit drei Tagen fieberfrei und zeigt auch sonst keinerlei Beschwerden.

Am BNI durchgeführte kontinuierliche Blutuntersuchungen mit hochsensitiven molekulargenetischen Methoden brachten bisher keinen Hinweis auf das Vorliegen einer Ebolavirus-Infektion. Es besteht daher definitionsgemäß kein Verdacht mehr auf eine Infektion.

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