Katastrophen forderten 2013 weniger Opfer


Berlin (DRK) – Schenkt man dem am Donnerstag (16.10.2014) veröffentlichten Weltkatastrophenbericht Glauben, verursachten im Jahr 2013 Naturkatastrophen einen deutlich geringeren Schaden als in den Vorjahren. So lag die Zahl der durch Naturkatastrophen weltweit ums Leben gekommenen Menschen bei 22.452 – 80 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre.

Auch die Zahl der Naturkatastrophen weltweit war mit 337 die geringste der letzten Dekade. Die Gesamtkosten der entstandenen Schäden lagen 2013 mit rund 93 Milliarden Euro ungefähr im Mittelfeld. Rund 10 Milliarden Euro entfielen auf die Flut in Deutschland. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 100 Millionen Menschen von Naturkatastrophen betroffen und damit so wenig, wie in keinem anderen Jahr der vergangenen Dekade.

Das geht aus dem Weltkatastrophenbericht der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften hervor. Schwerpunktthema des Berichts, der in diesem Jahr den Titel „Focus on Culture and Risk“ trägt, ist die zentrale Bedeutung von Kultur auf die Katastrophenvorsorge.

Der Report mahnt, dass Projekte zu Katastrophenvorsorge und Wiederaufbau weniger wirksam sind, wenn lokale kulturelle Einflüsse, wie Menschen mit Risiken umgehen, nicht berücksichtigt werden. Zugleich wird die Frage aufgegriffen, was zu tun ist, wenn Menschen etwa die Ursache einer Flut in einer wütenden Göttin sehen (Fluss Kosi, Indien im Jahr 2008) oder für einen Vulkanausbruch einen Berggott (Mount Merapi) verantwortlich machen.

Der jüngste Ausbruch von Ebola in Westafrika verdeutlicht, dass alle Anstrengungen, um die tödliche Krankheit zu stoppen, vergeblich sind, wenn in der Aufklärungsarbeit zu Gefährdungslage und Prävention vor Ort nicht auf die kulturellen Riten und Überzeugungen der Menschen eingegangen wird und Verhaltensänderungen bewirkt werden.

(17.10.2014)

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