Kassen wollen Fehlfahrten nicht zahlen


Bremen (rd.de) – Mehrkosten in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro kämen auf die Krankenkassen im Bundesland Bremen zu, sollten sie künftig auch die Kosten für Fehlfahrten übernehmen müssen.

Bremen plant, sein Hilfeleistungsgesetz dahingehend zu ändern, dass künftig die Kassen auch jene Kosten zu übernehmen haben, die anfallen, wenn kein Transport stattgefunden hat.

Laut „Ärzte-Zeitung“ (Ausgabe vom 15. Dezember 2008) wehren sich die Krankenkassen dagegen und verweisen auf die generelle Pflicht von Städten und Landkreisen, einen Rettungsdienst vorhalten zu müssen. Würde kein Transport durchgeführt, so die Krankenkassen, müssten die dadurch entstehenden Kosten von Kommunen bzw. Kreisen getragen werden. Das sei „wirtschaftliches Risiko“. Mit dieser Meinung stehen die Kassen nicht allein da: Auch das Bundessozialgericht vertrat diese Ansicht in einem Urteil vom vergangenen Jahr.

Bremen hält dagegen, dass es in vielen Fällen, in denen kein Transport stattfand, zuvor aber eine ambulante Versorgung erfolgt sei. Insofern seien die anfallenden Kosten auch für so genannte Fehlfahrten von den Kassen zu übernehmen.

One Response to “Kassen wollen Fehlfahrten nicht zahlen”

  1. Sahnetaeter on Dezember 16th, 2008 22:25

    Das ist schon eine seltsame Weltanschauung: Wird ein Notarzt mitalarmiert, bedient der sich in der Regel des Materials des Rettungsdienstes, abrechnen darf aber nur er seine Leistung. Zumindest ist das in BaWü so.

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