Karneval: Dramatische Alkoholexzesse


Trier/Köln (rd.de) – Trier ist geschockt. Der traditionelle „Weiberdonnerstag“ auf dem Hauptmarkt geriet völlig außer Kontrolle. Alkohol und Schlägereien, der Rettungsdienst restlos ausgebucht, die Polizei mit 100 Mann im Dauereinsatz. Auch in Köln stieg am Samstag mit dem Alkoholpegel die Gewaltbereitschaft.

Die Nacht nach dem traditionellen „Weiberdonnerstag“ in Trier war bestimmt von übermäßigem Alkoholkonsum und Aggressionsdelikten. Die Polizei zieht eine traurige Bilanz: 150 Platzverweise, 17 Personen kamen ins Gewahrsam, zehn Körperverletzungen. Besonders Jugendliche tranken sich um Kopf und Kragen. So schlimm war es noch nie.

Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen und Ordnungsdezernent Thomas Egger haben ihr Bedauern über die Alkoholexzesse zum Ausdruck gebracht. „Auch wenn wir auf annähernd alle Eventualitäten vorbereitet waren, haben wir eine solche, bislang ungekannte Massivität des Alkoholmißbrauchs mit den teilweise widerwärtigen Begleiterscheinungen kaum für möglich gehalten.“

Jensen und Egger dankten allen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die sich in einer schwierigen Situation um die vielen alkoholisierten und vereinzelt auch verletzten Menschen gekümmert und eine weitere Eskalation verhindert hätten. Es habe sich auch bewährt, eine große Zahl von Einsatzkräften und Rettungsfahrzeugen bereit zu stellen.

Nach Informationen des Trierischen Volksfreund kam eine 17-Jährige auf 2,68 Promille. Die Polizei zog sogar einen Fahrzeugführer mit 2,9 Promille aus dem Verkehr.

In Köln meldete die Feuerwehr am Donnerstag noch ein normales „Karnevalsgeschäft“. Am Karnevalssamstag 2012 half der Rettungsdienst Köln in doppelt soviel Einsätzen wie im Jahresdurchschnitt. Darunter sehr viele Einsätze mit Betrunkenen, die nicht mehr in der Lage waren, sicher nach Hause zu kommen. Viele hatten soviel Alkohol konsumiert, dass der Rettungsdienst und die Kliniken lebensgefährliche Vergiftungen behandeln mussten. In den Unfallhilfsstationen des Sanitätswachdienstes vor Ort zeigte sich den Kölner Hilfsorganisationen das gleiche Bild.

Mit dem Alkoholpegel stieg auch in Köln die Gewaltbereitschaft: Zwei Einsatzkräfte wurden verletzt und mussten kurzzeitig im Krankenhaus behandelt werden. In einem Fall schlug ein Betrunkener einem Rettungsassistenten mit der Faust ins Gesicht, in einem zweiten Fall wurde ein Rettungsassistenten mit blutigen Speichel bespuckt. Beide Kollegen setzten nach ärztlicher Behandlung ihren Dienst fort.

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