Johanniter waren auf dem Kirchentag gefragt


Berlin/Bremen (JUH) – Kirchentagspräsidentin Karin von Welck bedankte sich vor mehr als 100 000 Menschen beim Schlussgottesdienst des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Bremen bei den 900 Helfern der Johanniter-Unfall-Hilfe aus ganz Deutschland. Diese waren größtenteils ehrenamtlich im Sanitätsdienst, der Kinderbetreuung oder im Fahrdienst für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen tätig.

Unter dem Motto „Mensch, wo bist Du?“ bot der Kirchentag seit Mittwoch rund 2500 Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen an mehreren Orten der Hansestadt. Themen waren unter anderem Menschenwürde, Solidarität, Demokratie und die jüngste deutsche Geschichte.

Mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Kinder- und Jugendarmut in Deutschland“ trafen die Johanniter offenbar einen Nerv: Mehr als 500 Kirchentags-besucher verfolgten am Samstag die von Annika de Buhr moderierte Veranstaltung, bei der Hans-Peter von Kirchbach, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, unter anderem mit dem Erfurter Soziologen Ronald Lutz und dem TV-Streetworker Thomas Sonnenburg diskutierte. Dabei wurde deutlich, dass Hilfsorganisationen wie die Johanniter zunehmend Aufgaben übernehmen, die der Sozialstaat nicht mehr selbst bewältigt. „Das gesellschaftliche Problem der Kinderarmut können wir nicht lösen. Aber wo wir helfen können, tun wir es auch“, so von Kirchbach.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe betreibt knapp 50 Zentren der offenen Jugendarbeit und bietet in ihrem Jugendverband mehr als 10 000 Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten der sozialen Teilhabe, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Eltern. Milena Bücken von der Johanniter-Jugend betonte in der Diskussion, dass Armut auch das Fehlen von Erfahrungsräumen bedeute. „Bei uns können Kinder und Jugendliche herausfinden, wo ihre Stärken liegen und diese gezielt entwickeln“, so Bücken.

Dem Ansturm der Besucher kaum gewachsen war zeitweise der Stand der Johanniter auf dem Messegelände, wo die Werke des Johanniterordens gemeinsam über ihre Angebote informierten.

Bei einem Treffen mit Kirchentags-Präsidentin von Welck sicherte Hans-Peter von Kirchbach die umfangreiche Unterstützung der Johanniter beim Ökumenischen Kirchentag nächstes Jahr in München zu.

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