Jahresübung der Höhlenretter


Königstein (Bergwacht) – Die turnusmäßige Rettungsübung führte die nordbayerischen Bergwacht-Höhlenretter dieses Jahr ins „Schelmbachstein-Loch“. Die Spezialisten der drei nordbayerischen Bergwacht Höhlenrettungswachen Lauf a. d. Pegnitz, Bayreuth und Bamberg trainierten unter Einbindung ihrer externen Spezialkräfte.

Mit der Einsatzmeldung „verletzte Personen im Schelmbachsteinloch“ begann die diesjährige Höhlenrettungsübung. Dies ist eine 45 Meter tiefe, zweistufige Schachthöhle in der Nähe von Königsstein in der Hersbrucker Schweiz.

Wie in einem realen Rettungseinsatz auch, trafen die Rettungsmannschaften zeitlich gestaffelt ein. Die medizinische Versorgung und Betreuung der beiden Patientinnen wurde durch die zuerst eingetroffene Rettungsmannschaft aus der Bergwacht Höhlenrettungswache Lauf sichergestellt, die auch die Einrichtung einer Seilbahn am 12 Meter tiefen Tageslichtschacht übernahm.

Die Teams der Bergwacht Höhlenrettungswachen Bayreuth und Bamberg waren etwa eine Stunde später vor Ort. Zunächst galt es, die Kommunikation mithilfe der Heulruftelefone sicherzustellen, denn Funk und Mobiltelefon funktionieren normalerweise in Höhlen nicht. Dann wurden sie mit der Einrichtung der Rettungswege und dem Patiententransport am inneren, 20 Meter tiefen Schacht betraut.

Die beiden Verletztenmimen, selbst aktive Bergwachtlerinnen, fühlten sich gut versorgt und auf dem Transportweg jederzeit sicher in der Hand ihrer Kollegen. Sie konnten nach erfolgreicher Rettung die Spezialtragen wohlbehalten verlassen.

Da die technischen Einbauten in jeder Höhle individuell vorgenommen werden müssen ist ein Üben vor Ort unerlässlich. Dies bietet den Einsatzkräften die Möglichkeit die Höhle und ihre Besonderheiten gründlich kennenzulernen und den bestmöglichen Rettungsweg zu erkunden. Die größten, bekanntesten und gefährlichsten Höhlen stehen dabei im Vordergrund und werden regelmäßig beübt. In Nordbayern sind 3.500 Höhlen katastertechnisch erfasst.

Dies war die erste gemeinsame Übung der neu eingerichteten Bergwacht Höhlenrettungswachen in Nordbayern. Insgesamt haben 26 Einsatzkräfte an der Übung teilgenommen. Externe Spezialisten, wie die Höhlengruppe der Freiwilligen Feuerwehr Hersbruck, waren zur Unterstützung ebenfalls mit eingebunden.

Der Bundesreferent des Höhlenrettungsverbundes Deutschland, Nils Bräunig, lobte ausdrücklich das Konzept der Bergwacht Bayern als zukunftsweisend für die Höhlenrettung in Deutschland.

(Text: Matthias Gebert, Bergwacht Bayern Höhlenrettung)

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