In der Kälte verirrt


Wildflecken (pol) – Am frühen Dienstagmorgen haben zwei Polizeibeamte und ein Feuerwehrmann einen jungen Mann vor dem Erfrierungstod gerettet.

Zwei 20-Jährige hatten sich nach einer feucht-fröhlichen Feier eine Stunde vor Mitternacht zu Fuß auf den Nachhauseweg gemacht und sich dabei komplett verlaufen.

Es war eine vorweggenommene Silvesterfeier, zu der sich mehrere Gäste einem Ortsteil der hessischen Gemeinde Ebersburg getroffen hatten. Dort wurde auch reichlich dem Alkohol zugesprochen. Die beiden 20-Jährigen, die aus dem hessischen Lahn-Dill-Kreis stammen, verließen dann gegen 23.00 Uhr die Party und wollten sich zu Fuß auf einen etwa acht Kilometer langen Weg zu einem Ferienhaus machen, das dem Vater eines der beiden gehört.

Bei deutlichen Minustemperaturen verloren die beiden allerdings im Laufe der Nacht völlig die Orientierung, wobei sie nach den jetzt vorliegenden Erkenntnissen gut 20 Kilometer zu Fuß zurückgelegt haben dürften. Schließlich führte sie ihr Weg nach Bayern, wo sie sich irgendwann auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken wiederfanden. Wie sich herausstellte, hatten die jungen Leute kein Handy dabei. Sie konnten sich schließlich gegen 01.45 Uhr von einem Notruftelefon einer Schießbahn melden.

Die Standortkommandatur des Truppenübungsplatzes verständigte sofort die Polizeiinspektion Bad Brückenau. Gemeinsam mit einem Feuerwehrmann der Lagerfeuerwehr machte man sich auf die Suche nach den Gestrandeten. Dank der Ortskenntnis des Feuerwehrmannes wurden die 20-Jährigen dann schnell entdeckt. Sie lagen bei minus vier Grad auf dem Boden direkt an der Notrufsäule. Bei einem der beiden hatte bereits die Atmung ausgesetzt, so dass ein Polizeibeamter sofort mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung begann. Nach einigen Minuten hatte der 44-jährige Hauptkommissar den 20-Jährigen erfolgreich reanimiert. Der zweite Heranwachsende war zwar ansprechbar, jedoch bereits völlig entkräftet.

Die jungen Männer wurden nach einer ersten notärztlichen Versorgung vor Ort in das Kreiskrankenhaus Bad Brückenau gebracht. Nach Mitteilung eines Mediziners dürfte die massive Unterkühlung bei den beiden 20-Jährigen dank des schnellen Einsatzes des Feuerwehrmannes und der Bad Brückenauer Polizisten zu keinen bleibenden Schäden führen.

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