ILS Weiden: Jetzt wollen die Krankenkassen mitreden


Weiden i.d.Obpflz. (rd.de) Im schwelenden Streit zur Vergabe der „Integrierten Leitstelle“ an das Rote Kreuz, trafen sich die Krankenkassenchefs der Region zum Informationsbesuch in der Rettungsleitstelle Weiden.

Noch im Januar will die Regierung der Oberpfalz Stellung zu der Entscheidung des Verbandsrates nehmen, die den Betrieb der so genannten „ILS“ an das Rote Kreuz vergeben hat. Dagegen wehrt sich derzeit die Stadt Weiden. Mittendrin stehen die Krankenkassen. Sie werden künftig einen Großteil der Betriebskosten tragen. Auf Initiative von AOK-Direktor Jürgen Spickenreuther gab es nun ein Treffen in der Rettungsleitstelle Weiden.

Die Krankenkassenvertreter nutzten die Gelegenheit, sich persönlich über das Thema Leitstelle auszutauschen und einen genaueren Einblick in das Konzept des BRK zu erhalten. Neben Spickenreuther waren auch der Bezirksgeschäftsführer der Barmer Ersatzkasse, Christian Kick, der Geschäftsstellenleiter der BKK Faber-Castell & Partner, Stefan Bäumler, sowie Horst Platzer, der Geschäftsstellenleiter der Vereinigten IKK, mit dabei. Sie vertreten gemeinsam einen Großteil der Versicherten in der Region.

Die Stadt Weiden will die Vergabeentscheidung an das BRK nicht akzeptieren und plant notfalls gegen den Entscheid zu klagen: „Unser Konzept sichert Arbeitsplätze in Weiden und nicht in München“, wetterte der Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Stadtrat Hermann Hubmann im Sitzungssaal des Rathauses kurz vor Weihnachten. Dort, wo die Städte die Rettungsleitstelle betrieben, zum Beispiel in Regensburg, Landshut oder Augsburg, hätte man überall die besten Erfahrungen damit gemacht.

Stadtrat Hubmann kritisierte am BRK-Angebot, dass die Bauzeit voraussichtlich nicht eingehalten werden kann. Hinzu kommt, dass das BRK keinerlei Feuerwehr-Erfahrung hat. Feuerwehreinsätze seien zwar nicht so häufig wie Rettungsdiensteinsätze, dafür aber wesentlich komplexer. Der unabhängige Sachverständige Dr. Schmiedel hätte das Weidener Konzept ausdrücklich als überzeugend hervorgehoben und die Stadt Weiden würde zudem sicherstellen, dass alle 16 Mitarbeiter der BRK Rettungsleitstelle „eins zu eins“ übernommen werden“, betonte der Rathauschef.

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