Hypothermie: Bessere Ergebnisse bei langsamer Kühlung


Wien (rd.de) – Forscher der Klinik für Notfallmedizin an der Uni Wien haben bei einer Studie zur Hypothermie nach Kreislaufstillstand eine interessante Entdeckung gemacht. Ihre Studie legt nahe, dass die Kühlung gemächlich erfolgen sollte. Ein schnelles Erreichen der Zieltemperatur verschlechtert demnach das neurologische Resultat.

Mediziner der Uni Wien haben untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen der Zeit vom Wiederherstellen der Kreislauffunktion nach Herzstillstand und dem Erreichen der ösophagealen Zieltemperatur von 34 ° Celsius gibt. Von 2.563 Patienten nach Kreislaufstillstand wurden 588 Patienten einer milden Hypothermiebehandlung zugeführt. Die Forscher beurteilten sowohl das initiale Behandlungsergebnis – insbesondere hinsichtlich neurologischer Schäden – und den Zustand der Patienten sechs Monate nach dem Herzstillstand.

Die Ergebnisse der Studie, die in der Fachzeitschrift Critical Care veröffentlicht wurden, zeigt, dass ein zügiges Erreichen der Zieltemperatur mit einem schlechteren neurologischen Outcome einher geht. Patienten, bei denen es nach der Herstellung einer spontanen Kreislauffunktion 209 Minuten dauerte bis 34 Grad Körpertemperatur erreicht wurden schnitten demnach deutlich besser ab, als Patienten die schon 158 Minuten nach der erfolgreichen Reanimation die 34-Grad-Marke erreichten.

Im österreichischen Rettungsdienst ist die milde Hypothermie offenbar noch nicht angekommen. Im Durchschnitt, so die Forscher aus Wien, wurde die Kühlung der Patienten nämlich 80 Minuten nach der erfolgreichen Reanimation begonnen.

Mehr unter: http://ccforum.com/content/15/2/R101 (in englischer Sprache)

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