HES-Infusionen: Kompromiss gefunden


Bonn (BfArM) – Bei der Frage, ob HES-Infusionen künftig im Rettungsdienst noch eingesetzt werden sollen, scheint jetzt ein Kompromiss gefunden worden zu sein.

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mitteilte, sollte HES bei Patienten mit Sepsis, bei kritisch kranken Patienten sowie bei Patienten mit Verbrennungen nicht mehr angewendet werden. Es bestehe unter anderem die Gefahr von Nierenschäden.

Allerdings dürfen HES-haltige Infusionslösungen weiterhin für eine eingeschränkte Patientengruppe angewendet werden. So kann HES nach wie vor bei Patienten mit Volumenmangel aufgrund von akutem Blutverlust eingesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Behandlung mit kristalloiden Infusionslösungen allein nicht ausreichend ist. In diesen Fällen sollten allerdings zusätzliche Maßnahmen zur Senkung des Risikos getroffen werden.

Zu diesem Ergebnis kam ein Fachausschuss der europäischen Arzneimittelagentur, EMA. Die Experten fordern jetzt die pharmazeutischen Unternehmen auf, weitere Studien zur Anwendung von HES bei Trauma-Patienten durchzuführen. Die Hersteller von HES haben einen so genannten „Rote Hand Brief“ veröffentlicht, der Einzelheiten zur neuen Regelung erläutert.

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