Heißes Wetter fordert bayerische Bergwacht


Berchtesgaden (brk) – Das anhaltend schöne Sommerwetter hält die Einsatzkräfte im Berchtesgadener Land derzeit auf Trab.

Ein besonders aufwändiger Einsatz beschäftigte die Bergwacht Ramsau in der Nacht zu Dienstag. Gegen 20.45 Uhr ging über einen Melder von der Wimbachgrieshütte aus ein Notruf ein: Vier völlig erschöpfte Bergsteiger in zwei Gruppen befänden sich im Abstieg von der Watzmann-Südspitze; zwei Männer würden am Goldbrünndl im Gras liegen und seien völlig erschöpft, ein Paar aus dem Raum Münchn säße oberhalb der Wandstufe, die Frau sei dehydriert und absolut unfähig weiterzugehen.

Die Suche nach nachtflugtauglichen Hubschraubern gestaltete sich schwierig. Am späten Abend war das Wetter noch gut, doch für die Nacht waren Gewitter und Wind angesagt. Der Intensivtransporthubschrauber „Christoph München“ startete mit zwei Bergwachtmännern an Bord, konnte zwei der erschöpften Bergsteiger orten, aber wegen schlechter Sichtbedingungen und gefährlichen Fallwinden weder landen noch die Bergwacht absetzen.

So mussten die Ramsauer Bergretter um Mitternacht mit dem Geländewagen bis Gries fahren und zu Fuß zum Goldbrünndl aufsteigen. Von der Grieshütte kam dann die Meldung, zwei der Bergsteiger seien mittlerweile eingetroffen.

Ausgerüstet mit Wärme- und Biwakmaterial erreichte die Aufstiegsmannschaft zusammen mit dem Bergwacht-Notarzt gegen 01.30 Uhr die beiden völlig erschöpften Männer, von denen man eigentlich dachte, sie seien diejenigen, die die Grieshütte erreicht hatten. Seit der Alarmierung hatten sie etwa 100 Höhenmeter abwärts geschafft. Der Arzt konnte die 58 und 64 Jahre alten Bergsteiger aus Baden-Württemberg versorgen, doch ein selbstständiger Abstieg ohne Hilfe schien nicht möglich.

So musste eine weitere Ramsauer Rettungsmannschaft mit Motorrad, All-Terrain-Vehicle (ATV) und Geländewagen zur Unterstützung nachrücken. Gemeinsam gelang dann der Abstieg ins Tal zum wartenden Geländewagen.

Die Suche der zweiten Rettungsmannschaft nach dem Ehepaar aus dem Raum München verlief ergebnislos, obwohl sie bis zu der Stelle aufgestiegen war, an der sie zuvor die Hubschrauberbesatzung gesichtet hatte. Nachdem keinerlei Ruf- oder Sichtkontakt herzustellen war, stiegen die Retter ebenfalls wieder ab und brachen gegen 04.00 Uhr den Sucheinsatz ab, nicht zuletzt wegen eines nahenden Gewitters.

Am frühen Morgen sollte die Suche mit Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber weitergehen. Eine neuerliche Nachfrage in der Wimbachgrieshütte ergab aber, dass es die zwei wohl an den anderen vorbei selbstständig zur Hütte geschafft und im Zimmer des Melders genächtigt hatten. Sie hätten gar keine Hilfe benötigt, hieß es auf Nachfrage.

Schon am Montagnachmittag waren die Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau gefragt gewesen: Eine 75-jährige Reichenhallerin hatte sich bei einer Wanderung rund um den Schmuckenstein bei einem Sturz so schwer an der Schulter verletzt, dass sie vor Schmerz nicht mehr von der Stelle kam und auf dem Weg in der prallen Sonne ausharren musste.

Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte spendeten ihre Begleiterinnen mit Kopftüchern Schatten. Erst der eintreffende Bergwacht-Notarzt konnte Linderung bringen. Nach dem Transport mit einem Geländewagen nach Hochschwarzeck ging es mit einem Rettungswagen weiter in die Kreisklinik Bad Reichenhall.

Am Sonntagnachmittag waren die Bergwacht Berchtesgaden, der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“, der Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ und die BRK-Wasserwacht gleichzeitig am Seeleinsee und im Sagerecksteig am Königssee im Einsatz: Ein gestürzter Bergsteiger in der Nähe des Seeleinsees musste ins Tal gebracht werden. Bergretter und Notarzt stiegen nach einer Zwischenlandung in Schönau am Berg aus und kümmerten sich um den Patienten.

Kurz darauf stürzte ein Wanderer im Sagerecksteig oberhalb des Königssees rund 50 Meter ab und blieb mit schweren Kopfverletzungen an einem Baum hängen. „Christoph 14“ brachte sofort weitere Bergretter und den Notarzt nach Salet, die bis zum Verunfallten aufstiegen und ihn versorgten.

Der Mann wurde danach am 50 Meter langen Rettungstau nach Salet transportiert, weiter versorgt und danach zum Salzburger Unfallkrankenhaus geflogen.

Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers „Christophorus 6“ holte in der Zwischenzeit den leichter verletzten Patienten vom Seeleinsee ab und flog ihn zum Landeskrankenhaus Salzburg. Die BRK-Wasserwacht rückte kurz nach 15.30 Uhr mit ihrem Rettungsboot aus und brachte die beiden Begleiter und Einsatzkräfte der Bergwacht von Salet zur Seelände.

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