Hausarztmangel macht Rettungsdiensten zu schaffen


Bonn (rd.de) – Die enorme Steigerung der Einsatzzahlen von Rettungswagen und Notärzten korrespondiert durchaus nicht mit den Effekten einer alternden Gesellschaft. In manchen Gebieten hält vor allem der Hausarztmangel den Rettungsdienst auf Trab.

Die Leitstelle in Zwickau registrierte im Jahr 2009 einen Anstieg der Anfragen nach Not- und Bereitschaftsdiensten um 53 Prozent. Mehr als 29.000-mal wurden der Dringende Hausbesuchsdienst- und ähnliche Dienstleistungen angefordert, berichtet die Freie Presse Sachsen.
Und offenbar sind es eben solche Mängel in der Versorgung, die in der Folge dazu führen, dass die Anrufer in der Rettungsleitstelle einen Notarzt anfordern. Auch die Klinikambulanzen bekommen das zu spüren. 25 Prozent mehr Patienten drängen sich in der Notaufnahme der Paracelsius-Klinik in Zwickau.

Was in Städten wie Zwickau schon spürbar ist, bringt den Rettungsdienst in der Fläche in Schwierigkeiten. Die Mitteldeutsche Zeitung zitiert hierzu Armin Eisewicht, den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld: Innerhalb der letzten vier Jahre habe sich die Zahl der Notarzteinsätze im Landkreis fast verdoppelt. Wurden die Notärzte im Jahr 2006 noch durchschnittlich 5,5 Mal innerhalb von 24 Stunden gerufen, sind es derzeit knapp acht Einsätze.

Eisewicht ist sich sicher, dass das Problem im Durchschnittsalter und der Unterbesetzung bei den Hausärzten im Landkreis liegt. Viele Ärzte schieden altersbedingt aus. Einen Nachfolger finden sie nicht. Da wundert es kaum, wenn die Notärzte im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in rund 50 bis 60 Prozent der Einsätze mit Fällen konfrontiert werden, die eigentlich ein Hausarzt hätte behandeln können.

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