Hamburger NEF verunglückt


Hamburg (BF) – Auf der Fahrt von einer Einsatzstelle ins Krankenhaus ist es gestern Vormittag aus ungeklärter Ursache auf der Kreuzung Ölmühlenweg/Ahrensburger Straße zu einem Unfall zwischen einem PKW und dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) der Feuerwehr Hamburg gekommen.

Das NEF ist durch den Unfall auf die Seite gekippt. Beide Fahrer wurden bei dem Unfall  verletzt und mussten nach rettungsdienstlicher Erstversorgung in  Krankenhäuser befördert werden. Über die Schwere der Verletzungen machte die Feuerwehr keine Angaben.

Die Polizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.

20 Responses to “Hamburger NEF verunglückt”

  1. Sebastian on Dezember 14th, 2011 09:56

    Meine Meinung: selbst Schuld! Laut lokaler Presse ist das NEF auf dem Weg zur Klinik dem RTW gefolgt (beide mit SoSi). Jedem ist bekannt, dass das Unfallrisiko bei Alarmfahrten weitaus höher ist und diese Sonderrechtsfahrt war, in meinen Augen, unbegründet. Ich fahre das NEF stets separat Richtung Klinik, bis dort Übergabe erfolgt ist bin ich auch ohne Alarm rechtzeitig da um den NA wieder aufzunehmen.

  2. doggi on Dezember 14th, 2011 10:19

    ds ist schon mehrfach durchgeurteilt. Rückfahrt zur Klinik unter SoSi ist nicht gerechtfertigt..

  3. Peter on Dezember 14th, 2011 10:35

    NEF und RTW bilden aber eine Einheit. Somit ist es absolut gerechtfertigt, um z.B. bei Bedarf schnell auf Material des NEF zugreifen zu können. Für mich macht das absolut Sinn und das ganze ist rechtlich auch in Ordnung.

  4. doggi on Dezember 14th, 2011 11:05

    das sehen viele deutsche gerichte aber anders Peter. Die Einheit läßt sich auch rechtlich nur sehr schwer nachvollziehbar begründen.

  5. Hanseretter on Dezember 14th, 2011 11:53

    Für nicht Hamburger zur Erklärung:

    Die RTW in Hamburg haben nicht die Ausrüstung, die man aus vielen Gegenden kennt, sondern hier wird vieles erst mit dem NEF und dem Arzt, der es dann verwenden kann und darf an die Einsatzstelle gebracht.

    Bitte jetzt keine Diskussion mit mir darüber, das soll wirklich nur eine Erklärung sein!

  6. Matthias on Dezember 14th, 2011 12:36

    Hallo, selbst wenn auf dem NEF mehr Material mitgenommen wird als im RTW gibt es keine Begründung das NEF mit SoSi hinterher fahren zu lassen, wenn Material benötig wird kann man es immernoch anfordern. Fährt ja auch nicht jedes Auto mit SoSi auf die Wache weil es könnte ja ein nächster Alarm kommen. Vieleicht sollten wir einfach mal daran denken das mit jeder Fahrt unter SoSi auch immer andere Gefährdet werden und ob das dann zu Begründen ist mit event. brauch ich Material daraus glaube ich kaum.

  7. doggi on Dezember 14th, 2011 14:19

    Gute Begründung Matthias!

  8. auanichhaun on Dezember 14th, 2011 16:22

    Dann macht das Rendevouzsystem keinen Sinn. Wem nützt es, wenn der Doc in der Rettungsstelle auf das NEF warten muss, selbst wenn es irgendwann mit SoWe Rechten weiterfahren „darf“. Wir reden hier über Hilfsfristen und Sekunden, die entscheidend sind und dann wird diskutiert, ob ein NEF seinem Doc direkt folgen darf?

  9. Hanseretter on Dezember 14th, 2011 16:36

    Also wie geschrieben, ich will hier gár nicht über die Begründung der BF Hamburg diskutieren, da es nicht meine ist.

    Aber die Begründung von Matthias hinkt. Ein NEF ohne Notarzt ist pro Forma nicht einsatzbereit, während ein Fahrzeug auf dem Weg zur Wache über Funk einsatzbereit ist.

    Allerdings habe ich schon Fremdbesetzung, Risikoabdeckung oder Bereitstellung mit Sonderrechten erlebt, da das zu versorgende Gebiet so weit entfernt war. Und das sowohl in Hamburg, als auch in verschiedenen Landkreisen.

  10. Christoph on Dezember 14th, 2011 17:50

    @Hanseretter – Dann mal her mit der Beladungsliste der RTW… 😉

    Der NA geht mit seiner Medikamententasche rüber in den RTW, d.h. das NEF ist nicht mehr einsatzbereit, bis der Pat. im KH übergeben wurde. Wenn Bedarf z.b. eines ZVK besteht, muss dies an der Einsatzstelle geschehen. Welches Material will ich denn noch mit Alarm hinterherfahren…? Dann hat man meiner Meinung nach an der EST geschlafen.. Okay, in Einzelfällen -sehr gut begründet- kann man das machen, aber generell mit Sondersignal ist mehr als nur Grauzone…

  11. Matthias on Dezember 14th, 2011 18:30

    Ich möchte das Thema hier nicht ausufern lassen, jeder hat da seine Meinung, aber ich bin selber über 8 Jahre auf NEF´s gefahren und auch dort hatten wir mehr Material und Medikamente an Board wie die RTW´s, ich glaube ich bin vieleicht max. 3 mal angefordert worden, wenn weiss ich benötige event. etwas lasse ich es gleich im RTW.

    Ich gebe dir recht ein NEF ohne Notarzt ist bedingt Einsatzbereit ( der RA/RS kann immer Erste Hilfe leisten, fährt der NA auf dem RTW mit kann das NEF eh keinen anderen Notarzt-Einsatz fahren .

    Im Schnitt war ich vieleicht 5 min nach dem RTW in der Klink, sowohl Stadt wie auch Land Rettung.

    Und Bereitstellung mit Sonderrechten, da würde mich mal der Paragraph interessieren der das Abdeckt wenn etwas passiert. Es passieren jede Woche Unfälle, bei denen Menschen Verletzt werden, wo Fahrzeuge egal welcher Organisation mit Sonderechten unterwegs sind, ich glaube schon das man darüber Nachdenken sollte, ob denn dann solche Fahrten notwendig sind. Zumahl es Bundesländer gibt die Erlasse rausgebracht haben (Nachdem Urteile gesprochen wurden), indenen solche Fahrten untersagt wurden.

    Es gibt eine Studie der Berufsfeuerwehren die besagt , das das zweite Fahrzeug was mit SoSi fährt, ein wesentlich höheres Risiko hat einen Unfall zu erleiden, da oft nicht mit einem zweiten Fahrzeug gerechnet wird.

    Aber zum Glück kann ja jeder das machen was er möchte und wenn was passiert haben Anwälte und Richter lange Zeit zu entscheiden ob es Richtig war oder nicht.

  12. charlie-zulu on Dezember 14th, 2011 22:03

    Schlechtes System, ganz einfach. Wenn das NEF mehr Material hat, sollte wieder gänzlich mit NAW gefahren werden. Dieses affige hinterher dackeln vom NEF,.. tzz,.. dann können die auch gleich selber transportieren.

    So baden die Mitarbeiter den Schrott wieder aus. Schrecklich, wie unterschiedlich die Systeme doch in Deutschland sind.

  13. Denker on Dezember 14th, 2011 22:42

    Immer sachte!

    1. Stand nirgendwo im Bericht etwas über die Nutzung von Sonderrechten.
    2. Sind grundsätzliche Festlegungen, wie generell mit oder generell ohne SoWe, meist doch Ausnahmen unterworfen.
    3. Gilt in Hamburg eine behördliche Dienstanweisung, dass RTW und NEF eine taktische Einheit bilden und gemeinsam fahren. Das schränkt zumindest regional die Entscheidung etwas ein.
    4. Keine Frage nach der schwere der Verletzungen der beiden Bereiligten, keine

  14. Hanseretter on Dezember 15th, 2011 13:48

    5 Minuten im Rettungsdienst sind Welten, ich selber habe genug Einsätze auf dem Land erlebt, wo der NA aus dem RTW ausgestiegen ist und einen neuen Einsatz übernommen hat oder im Krankenhaus bei der Ankunft sofort verschwand und der Krankenhausarzt schon von der Leitstelle in den Anfahrtsbereich geordert wurde.
    Jedes NEF wieder mit einem NAW zu besetzen kann man ja mal den Kostenträgern vorschlagen!

    Ich bin ja nur noch Aushilfe im Rettungsdienst, da ich den Absprung geschafft habe, aber ich werde dann gerne trotzdem mal bei den nächsten Einsätzen mit der Leitstelle, dem Gesamteinsatzleiter oder auch dem Notarzt diskutieren, ob die mir angewiesenen Sonderrechte wirklich gerechtfertigt sind!

  15. doggi on Dezember 15th, 2011 14:22

    Hanseretter das ist nicht der Punkt, weist die leitstelle du Nutzung der Sonder und Wegerechte an, bist du (in der Regeln auf der Anfahrt) aus der Verantwortung, du arbeitest weisungsgebunden.
    Ab der Einsatzstelle sieht das anders aus. Vollkommen klar, der Doc möchte gern sein NEF in der Nähe wissen. Hinter dem RTW her mit SoSi ? Warum ? Vor dem RTW her als „Räumer“ bedenklich. Also entscheidet selber was ihr tut aber seit euch bewusst…Blaulicht an und Unfall bedeutet zu 99,9 % immer eine Mitschuld.

  16. charlie-zulu on Dezember 15th, 2011 15:50

    „Gilt in Hamburg eine behördliche Dienstanweisung, dass RTW und NEF eine taktische Einheit bilden und gemeinsam fahren. Das schränkt zumindest regional die Entscheidung etwas ein.“

    Ich sagte ja bereits, sehr schlechtes System. Wie rechtfertigt man das denn für sich selbst, bei Rot über die Ampel zu fahren und andere damit zu gefährden? Für nichts und wieder nichts! Schließlich ist der eigene Patient (gut [ wie man es nimmt..] ) versorgt im RTW. Man selbst schippert nutzlos hinter her..

    Weil irgendeine Anweisung das sagt? Aha.. taktische Einheit am Arsch.

    „4. Keine Frage nach der schwere der Verletzungen der beiden Bereiligten, keine“
    Sehe ich das richtig, dass diese Feststellung so unheimlich wichtig war, dass du glatt selbst vergessen hast, danach zu Fragen?!

  17. Hanseretter on Dezember 15th, 2011 17:34

    Zu Doggy,

    lies die ganze Diskussion, dann verstehst Du auch meinen Beitrag. Ansonsten vielen Dank, dass Du mir meinen Job erklärst nach über 20 Jahren Tätigkeit, aber keine Minute dabei für die BF Hamburg.
    Ich wollte nur erklären, wie es da ist.

    Zu Charlie,

    „irgendeine Anweisung“ ist gut! Und „am Arsch“ ist immer ein gutes Argument!
    So demontiert man sich selbst!

  18. charlie-zulu on Dezember 16th, 2011 16:03

    Ich entscheide als Fahrer selbst, wann und ob ich Sonderrechte/Sondersignal verwende. Bei Eisglätte/Nebel fahre ich auch ohne SoSi zu einem Einsatz, da kann die LSt freigeben was sie will.

    Einem RTW hinterher juckeln?! Da soll man dann so eine ominöse Generalfreigabe zum hinterherfahren befolgen?! Nicht im Traum. Einen Unfall, der auf so einer nutzlosen Fahrt passiert, kann man vor sich selbst doch mit überhaupt nichts rechtfertigen.

  19. Hanseretter on Dezember 19th, 2011 22:08

    Charlie-Zulu,

    nur weil Dir die Sonderrechte freigegegeben werden, heißt das noch lange nicht, dass Du schnell fahren musst! Im Gegenteil, die Sonderrechte werde Dir unter „Beachtung der besonderen Sorgfaltspflicht“ freigegeben!
    Also bei Neben und Glätte eben angepasst.
    Aber das kannst Du auch mit Blaulicht und Horn.
    Erkläre das sonst mal einem gewieften Anwalt, weil Du die Leitstelle missachtest, wenn was passiert, sowohl auf der Anfahrt, als auch vor Ort!

  20. charlie-zulu on Dezember 20th, 2011 09:47

    Wenn das alles nichts mit „schnell“ zu tun hat, kann das NEF ja auch ohne Sondersignal folgen und eine Gefährdung gänzlich ausschließen 😀

    Unabhängig davon: Die LSt kann Sondersignal/rechte freigeben, nicht aber befehlen.
    Auch ein gewiefter Anwalt kann einem gar nichts, wenn z.b. bei Eisglätte auf Sondersignal verzichtet wird um nicht noch mehr Unfälle bei eh schlechter Wetterlage zu provozieren. Viele Verkehrsteilnehmer sind schon unter normalen Bedingungen überfordert.

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