„Guardian“ warnt zukünftig vor Herzinfarkten


Freiburg (pm) – Am Universitäts-Herzzentrum Freiburg (UHZ) wurde Ende Oktober europaweit zum ersten Mal Patienten ein Gerät implantiert, das in der Lage ist, noch vor den ersten Symptomen einen Herzinfarkt zu erkennen.

„Guardian“ – so der Name des Geräts, wird wie ein Herzschrittmacher in den Brustraum eingesetzt und ist über einen dünnen Draht mit dem Herzen verbunden. Das Implantat erkennt eine Mangeldurchblutung des Herzens und warnt den Patienten optisch und akustisch. Die verschlossenen Herzkranzgefäße können so im Herzkatheterlabor rechtzeitig wieder eröffnet werden, so dass es gar nicht zu einem Herzinfarkt kommt.

Eine Arbeitsgruppe um den Stellvertretenden Ärztlichen Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie I des UHZ, Prof. Dr. Dr. Manfred Zehnder, hat in Kooperation mit mehreren Kliniken in den USA maßgeblich an der Entwicklung des Gerätes mitgewirkt. Ziel ist, die Zeit vom ersten Auftreten von Symptomen bis zum Beginn der medizinischen Betreuung zu verkürzen.

Eingesetzt werden soll das Gerät zukünftig vor allem bei Patienten mit besonders hohem Risiko für einen Gefäßverschluss oder bei Patienten, die beim ersten Herzinfarkt keinerlei oder nur atypische Symptome hatten. Ebenfalls profitieren sollen Patienten, die einen weiteren Herzinfarkt aufgrund einer Vorschädigung des Herzens mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben würden.

Zurzeit handelt es sich bei Guardian noch um ein Behandlungsverfahren, das ausschließlich unter streng kontrollierten, von der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA vorgegebenen Bedingungen eingesetzt werden darf. Deshalb wird das Gerät nur bei ausgewählten Patienten im Rahmen einer kontrollierten wissenschaftlichen Studie eingesetzt.

An der laufenden Studie nehmen in den USA 80 Zentren teil, bisher sind knapp 500 Patienten eingeschlossen. In über 20 Fällen konnte bereits ein Infarkt durch eine entsprechend frühzeitige Intervention rückgängig gemacht beziehungsweise verhindert werden.

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