Großübung in der Fraport-Arena


Frankfurt (pm) – In der Ballsporthalle „Fraport Arena“ soll heute Vormittag bei einer Sportveranstaltung ein Tribüneneinsturz verbunden mit einer Massenpanik simuliert werden. Die Übung ist Teil des SOGRO-Forschungsprojekts, in dem der Einsatz von Informationstechnik in allen Aspekten der Erfassung und Steuerung bei der Erstversorgung erprobt wird.

Im Szenario werden mindestens 250 verletzte Personen von der Feuerwehr Frankfurt und den Rettungsdiensten gerettet und versorgt. Hier kommen zirka 1000 Einsatzkräfte mit rund 300 Fahrzeugen der Gefahrenabwehr zum Einsatz.

„Eine solch komplexe Übung in dieser Größenordnung und diesem Umfang gibt es in Deutschland
nicht oft“, sind sich Prof. Dr. Leo Latasch, DRK – Frankfurt – Projektkoordinator SOGRO, und Prof. Reinhard Ries, Amtsleiter Feuerwehr Frankfurt, einig.

Die „Sofortrettung bei Großschadenslagen mit einem Massenanfall von 250 Verletzten“, kurz
SOGRO MANV 250, ist Bestandteil des SOGRO Forschungsprojektes im Rahmen der zivilen Si-
cherheitsforschung. „Mit unserer Förderung setzen wir dort an, wo bei einer Katastrophe Chaos entsteht, um mit schnellen Abläufen Leben retten zu können“, sagt Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Das Ministerium finanziert dieses Projekt seit Februar 2009 mit insgesamt 4,2 Millionen Euro für einen Zeitraum von vier Jahren. SOGRO MANV 250 ist die zweite Übung innerhalb des Projektes. Im Oktober 2010 wurde auf der Landebahn des Flughafen Frankfurts ein Massenanfall von 500 Verletzten erprobt. Der Fokus lag damals in der Transportlogistik.

In der aktuellen Großübung liegt das Augenmerk der Polizei auf der Betreuung der Leichtverletzten und der Angehörigen der Patienten. Eine schnelle und effektive Versorgung, sowie Transport der Patienten steht für die Feuerwehr im Vordergrund. Ein weiterer Kernpunkt der Übung liegt auf der Kommunikationmöglichkeit mit den Krankenhäusern. Diese werden erstmals in die Lage versetzt, zeitnah nach Ankunft der Patienten den Triagestatus zu bestätigen oder zu verändern. Dieses ermöglicht den Transportkoordinatoren an der Unfallstelle unverzüglich auf die tatsächlich zur Verfügung stehenden Betten zurückzugreifen. Damit soll eine optimale und schnellstmögliche Behandlung sichergestellt werden.

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