Großübung im Alten Mainzer Bahntunnel


Mainz (BF) – In der Nacht von Samstag auf Sonntag (23.-24.10.2010) fand im Alten Mainzer Bahntunnel in der Zeit von 1.00 Uhr bis ca. 3.00 Uhr eine Großübung der Feuerwehr Mainz statt.

Nach dem Abschluss der Sanierung des Alten Mainzer Tunnels wurde die Übung durch die Feuerwehr Mainz in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn aufgrund gesetzlicher Vorgaben durchgeführt. Ziel war die Überprüfung der sicherheitstechnischen Einrichtungen der Tunnelbauwerke sowie die Übung des entsprechenden Einsatzkonzepts. Die nächtliche Uhrzeit der Übung resultierte aus den Vorgaben der Bahn, da der Zugverkehr so wenig wie möglich beeinträchtigt werden sollte.

Das Szenario stellte sich wie folgt dar: Die Feuerwehrleitstelle wurde um kurz vor 1.00 Uhr von der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn über einen Unfall eines Zuges im Alten Mainzer Tunnel informiert. Daraufhin wurde um 0.59 Uhr von der Feuerwehrleitstelle Alarm für beide Wachen der Berufsfeuerwehr, für alle 11 Freiwilligen Feuerwehren sowie Einheiten der Berufsfeuerwehr Wiesbaden und Frankfurt ausgelöst. Gleichzeitig wurde die Rettungsleitstelle alarmiert, die ihrerseits Großalarm für den Rettungsdienst und die Einheiten der Hilfsorganisationen auslöste. Grundlage für das dann folgende Vorgehen ist das von der Feuerwehr Mainz für die Mainzer Bahntunnel erarbeitete Einsatzkonzept „Bahntunnel“. Dabei werden sowohl am Nordportal (Hauptbahnhof) als auch am Südportal (Römisches Theater) und am Tunneleinschnitt (Am Gautor) Einsatzkräfte tätig.

Die Einsatzkräfte vor Ort fanden folgende Lage vor: In einem Personenzug war es zu einem Entstehungsbrand gekommen. In dem im Tunnel stehengebliebenen Zug befanden sich noch 63 Fahrgäste, die – zum Teil nicht mehr gehfähig – von der Feuerwehr gerettet werden mussten.

Langzeit-Atemschutzgeräte

Wegen der Besonderheiten eines Tunnels mit langen Anmarschwegen und im Realfall ggf. starker Verrauchung mussten sich die Kräfte der Feuerwehr an den Tunnelportalen mit speziellen Langzeit-Atemschutzgeräten ausrüsten, sowie die gesamte benötigte Ausrüstung auf Rollpaletten verladen, um dann in extra zusammengestellten Einsatzteams in die Tunnelröhre vorzudringen. Auch mussten die Führungskräfte zuvor sicherstellen, dass der Gleisbereich gesperrt ist sowie die Oberspannungsleitung freigeschaltet und geerdet ist, um ein sicheres Vorgehen der Einsatzkräfte zu gewährleisten. Nachdem die Personen aus dem Zug befreit werden konnten, wurden sie – überwiegend im Bereich des Tunneleinschnittes – ins Freie gebracht und dort dem Rettungsdienst übergeben. Dieser übernahm dann die weitere Versorgung und Betreuung der Verletzten.

Bei der Übung wurden auch die baulichen sicherheitstechnischen Einrichtungen des sanierten Alten Mainzer Tunnels überprüft. Hierzu zählen unter anderem eine fest eingebaute Löschwasserleitung für die Feuerwehr, Notbeleuchtung und Fluchtwegekennzeichnungen.

235 Personen beteiligt

Neben insgesamt etwa 120 Kräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren Mainz waren auch etwa 115 Kräfte und Einheiten des Rettungs-, Sanitäts- und Betreuungsdienstes einschließlich der Verletztendarsteller eingesetzt, also insgesamt etwa. 235 Personen mit ca. 35 Fahrzeugen.

Mit dem Ablauf der Übung zeigten sich Oberbürgermeister Herr Beutel und alle Beteiligten insgesamt zufrieden. Besonders gelobt wurde die ruhige, besonnene und professionelle Vorgehensweise der Einsatzkräfte. Der Zugverkehr gegen 04.00 Uhr wieder aufgenommen werden.

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