Großeinsatz: Feuer in Altenheim


Nürnberg (pm) – Gestern Abend (13.12.2010) brach in einem Appartement eines Altenheimes in der Nürnberger Praterstraße ein Brand aus. Rund 130 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren über Stunden mit umfangreichen Rettungs- und Betreuungsmaßnahmen beschäftigt.

Um 19:40 Uhr ging bei der Integrierten Leitstelle ein Alarm der Brandmeldeanlage des Wohnstiftes Hallerwiese ein. Fast zeitgleich wurde der Polizeieinsatzzentrale ein Brand eines Zimmers in dem dortigen Altenheim über Notruf mitgeteilt.

Bereits auf der Anfahrt schlugen den Kräften der Feuerwehr Nürnberg aus einem Zimmer im 2. Obergeschoß des Anwesens Feuer und Rauch entgegen. Von Pflegekräften wurde die Einsatzleitung beim Eintreffen davon informiert, dass sich noch eine Person in der Brandwohnung befinden soll.
Daraufhin wurde sofort ein Rettungstrupp über den Treppenraum zur Brandwohnung beordert. Zeitgleich wurde über eine Drehleiter ein zweiter Löschtrupp zur Brandbekämpfung und Menschenrettung eingesetzt.

Parallel dazu begannen Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizeikräfte und das Pflegepersonal mit der Räumung des betroffenen Gebäudeteiles.
Die ca. 20 nach draußen verbrachten Heimbewohner wurden in den Räumlichkeiten eines gegenüberliegenden Kindergartens untergebracht und dort durch die Nürnberger Hilfsorganisationen betreut.

Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand in dem Appartement gelöscht werden. Die Wohnung ist zur Zeit unbewohnbar. Der Sachschaden beträgt hier und in den angrenzenden Bereichen (Flur) zusammen mindestens 100.000 Euro.

Teile des zweiten Obergeschosses sind nach wie vor aufgrund der starken Verrußung nicht bewohnbar, so dass nach bisher vorliegenden Erkenntnissen vier Bewohner die Nacht in einem Heim im Nürnberger Osten verbringen werden.

Bilanz: Eine Tote, vier Verletzte

In der Brandwohnung konnte eine leblose 100-jährige Frau durch die Feuerwehr geborgen werden. Trotz sofort eingeleiteter notärztlicher Behandlung konnte der Arzt nur noch den Tod feststellen.

Vier weitere Bewohnerinnen im Alter zwischen 81 und 97 Jahren mussten sich in ärztliche Behandlung begeben. Zwei wurden mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Eine Bewohnerin erlitt einen Kreislaufkollaps. Eine Bewohnerin konnte nach ambulanter Versorgung durch den Rettungsdienst in ihre Wohnung zurückkehren.

Die Hilfsorganisationen Nürnbergs waren insgesamt mit 30 Fahrzeugen und ca. 80 Personen an der Einsatzstelle. Die Nürnberger Feuerwehr war mit zwei kompletten Löschzügen und Sonderfahrzeugen der Berufsfeuerwehr, den Löschzügen aus Höfles und Almoshof und dem Verpflegungstrupp der FFW Werderau vor Ort (ca. 50 Einsatzkräfte).

Die örtlich zuständige Polizeiinspektion Nürnberg-Mitte sperrte die Praterstraße für den gesamten Fahrzeugverkehr. Die Deutschherrnstraße musste als Bereitstellungsort für die Rettungskräfte ebenfalls zum Teil für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Es wurde örtlich umgeleitet.

Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken übernahm sofort nach Beendigung der Löscharbeiten die Spurensicherung vor Ort. Zur Zeit haben die Brandfahnder der Kriminalpolizei Nürnberg die Ermittlungen zur Brandursache vor Ort aufgenommen.

Um 21:00 Uhr luden die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu einem Pressegespräch in den nahe gelegenen Speisesaal der Einrichtung ein. Dabei wurde die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Rettungskräften und dem Pflegepersonal vor Ort betont. Der Sprecher der Feuerwehr sprach in diesem Zusammenhang von einem guten baulichen Brandschutz des Hauses und einem ausgeprägten Brandschutzmanagement.

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