Große Evakuierungsmaßnahme wegen Bombenentschärfung


Beispiel einer US Luftmine mit knapp zwei Tonnen Gewicht (Foto. Wikimedia, PD)

Koblenz (BF) – Nachdem am Rhein bei Koblenz-Pfaffendorf insgesamt drei Sprengkörper aus den zweiten Weltkrieg durch das Niedrigwasser förmlich aufgetaucht sind, steht in Koblenz an diesem Sonntag die größte Evakuierungsmaßnahme der Stadtgeschichte an. 45.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.

Zwischenzeitlich hat sich die Zahl der gefundenen Kampfmittel auf drei erhöht. In der Nähe der Luftmine wurden noch eine Sprengbombe und ein weiteres „Tarnnebelfass“ gefunden. Auf die Evakuierungsaktion haben die Funde keinen Einfluss, lediglich der Kampfmittelräumdienst (KMRD) Rheinland-Pfalz hat am Entschärfungstag mehr Arbeit und es wird vermutlich zu Verzögerungen kommen, bis der evakuierte Bereich wieder freigegeben werden kann. Insbesondere die Räumung der Krankenhäuser und Altenheime fordert alle beteiligten Hilfsorganisationen in hohem Maße. Auch der KMRD hat sich umfangreich vorbereitet. Unter anderem wird versucht mit Hilfe des Wasserschifffahrtsamtes die 1800 kg schwere Luftmine „trocken“ zu legen.

Hierzu müssen nahezu 45.000 Menschen evakuiert werden. Ebenso sind zwei Krankenhäuser und 7 Seniorenheime komplett zu räumen. Diese bisher größte Evakuierung im Koblenzer Stadtgebiet stellt auch für das Deutsche Rote Kreuz eine immense Herausforderung dar.

Nach derzeitigen Planungen werden allein im Bereich des Patiententransportes insgesamt mehr als 600 Helfer zum Einsatz kommen, am Sonntag sind etwa 300 Kranken- und Rettungswagen im Stadtgebiet unterwegs. Insgesamt gilt es, etwa 1.000 Patienten rettungsdienstlich zu evakuieren und nach der Entschärfung wieder in ihre gewohnte Umgebung zu verbringen.

Die Planungen in Zahlen:

Samstags werden, durch etwa 120 DRK-Helfer besetzt, 5 Behinderten- transportwagen (BTW), 30 Krankenwagen (KTW), 23 Rettungswagen (RTW) und ein Großraumrettungswagen (G-RTW) im Einsatz sein, um die betroffenen Krankenhäuser zu evakuieren.

Die Anzahl der eingesetzten Rettungsmittel erweitert sich am Sonntag auf 35 BTW, 220 KTW, 40 RTW und 3 G-RTW, um die Bewohner der 7 Seniorenheime, sowie die nichtgehfähigen Patienten aus Privatwohnungen in die entsprechenden Unterkünfte zu bringen.

Zusätzlich zu den circa 600 Helfern des DRK werden auch 30 Notfallseelsorger im Einsatz sein. Diese werden sich im Gros um die 7 Betreuungsstellen kümmern, die betrieben von 420 DRK- und MHD-Helfern 12.000 Evakuierte aufnehmen können.

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