Grenzüberschreitender Rettungsdienst Sachsen und Polen


Dresden (BÄK) – Auf dem 4. Deutsch-polnischen Symposium der Sächsischen Landesärztekammer und der polnischen Niederschlesischen Ärztekammer wurde auf Defizite im grenzüberschreitenden Rettungsdienst zwischen Sachsen und Polen hingewiesen.

In Dresden hat Dr. med. Michael Burgkhardt, Vorsitzender des Ausschusses Notfall- und Katastrophenmedizin, die mangelhafte Zusammenarbeit der Rettungsdienste zwischen Sachsen und Polen zum Thema gemacht: „Während in anderen Grenzregionen – so zum Beispiel zu Österreich, der Schweiz und Frankreich – der Einsatz der Rettungsdienste bereits grenzüberschreitend koordiniert wird, ist dies zu den östlichen Nachbarn in keiner Weise in das Tagesgeschäft eingegangen“, so Dr. Burgkhardt.

Im Rahmen der Luftrettung seien für die Standorte Europa 1 bis 3 sogar gemeinsame Einsatzbereiche für die westlichen Regionen Deutschlands ausgewiesen. Luftrettung und Ambulanzflug würden im Bereich der Alpen seit Jahren bilateral durchgeführt, wobei auch der Einsatz von Notärzten aus angrenzenden Ländern auf deutschen Rettungsmitteln keine Seltenheit sei. In den letzten Jahren haben sich im Freistaat Bayern gute Beziehungen zu tschechischen Rettungsdiensten herausgebildet.

Dr. Burgkhardt: „In den Grenzregionen des Freistaates Sachsen zu seinen östlichen Nachbarn ist jedoch die grenzüberschreitende Hilfeleistung bei medizinischen Notfällen eher die Ausnahme und bedarf noch der Intensivierung und vor allem der rechtlichen Regelung“.

In Fragen der Qualifikation und der Ausstattung von Rettungsmitteln gäbe es dagegen kaum Differenzen. Er forderte das zuständige Sächsische Staatsministerium des Innern auf, konkrete rechtliche Regelungen aus sächsischer Sicht zu schaffen.

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