Grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Katastrophenschutz


Düsseldorf (ots) – Nordrhein-Westfalen und die Niederlande wollen bei der Bewältigung von Katastrophen verstärkt zusammenarbeiten. Grenzüberschreitende regionale Kooperationen sowie kurze Kommunikations- und Anforderungswege für den Krisenfall sollen verbindlich festgelegt werden.

„Unglücksfälle machen vor Landesgrenzen nicht Halt. Deshalb müssen wir uns gegenseitig effizient und effektiv helfen, wenn der andere einen braucht“, sagte Innenminister Ralf Jäger gestern auf einem Fachkongress in Aachen an dem der niederländischen Minister für Sicherheit und Justiz, Ivo Opstelten, teilnahm.

Nach Ansicht der beiden Minister muss der Katastrophenschutz über die Landesgrenzen hinweg funktionieren und zielgerichtet vernetzt werden. „Wenn unsere eigenen Ressourcen nicht reichen, wird uns der Nachbar unterstützen – und umgekehrt“, erklärte Jäger. „Das ist ein Garant für mehr Sicherheit der Menschen über die Grenzen hinweg“.

Auch die gemeinsame Vorbeugungsarbeit soll intensiviert werden. „Je mehr wir über drohende Gefahren wissen, desto zielgerichteter können wir uns auf sie vorbereiten. Dazu gehört, dass wir uns gegenseitig über die bestehenden Risiken und Gefahrenquellen informieren, diese Daten bewerten und gemeinsame Abwehrstrategien entwickeln“, erläuterte Jäger. Der Kongress zum Thema grenzüberschreitender Katastrophenschutz bildet den Schlussstein einer Veranstaltungsreihe, die im vergangenen Jahr begonnen hat. Bereits die Feuerwerkskatastrophe in Enschede hatte deutlich gemacht, wie wichtig die grenzüberschreitende Gefahrenabwehr ist. Damals waren Großeinheiten aus Deutschland spontan zur Hilfe geeilt.

Die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene ist seitdem erweitert und intensiviert worden. Die gegenseitige Unterstützung der Feuerwehren und Rettungsdienste auf örtlicher Ebene über die gemeinsame Grenze hinweg gehört zum gelebten Alltag. Jäger: „Wer am schnellsten am Einsatzort ist, hilft. Die Grenze spielt dabei schon heute keine Rolle. Und das hat sich bewährt.“

3 Responses to “Grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Katastrophenschutz”

  1. Jörn Fries on März 24th, 2011 12:10

    Dann hoffe ich mal, dass auch die Rettungsdienstbereiche bzw. Landesgrenzen überschreitende Kooperation (zum Beispiel mit Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen) genau so GUT funktioniert… 😉

    Sonnige Grüße aus dem „Wilden Südwesten“

  2. Chris on März 24th, 2011 21:34

    Also aus Erfahrung kann ich sagen, dass Hessen – Thüringen hier bei uns im klappt. Wir fahren manchmal in den Osten und die kommen auch manchmal hier rüber wenn kein näheres Auto hier vorhanden ist.

  3. Alex on März 27th, 2011 05:00

    Bei uns im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich ist das Verhältnis zu den Nachbarländern Rettungsdiensttechnisch gespalten. Die grenzüberschreitende Rettung mit der Sanität Basel klappt sehr gut. Wir fahren zu Primäreinsätzen rüber falls deren Resourcen nicht ausreichen und umgekehrt. Das geht so gut und so problemlos wie bei zwei deutschen Nachbarleitstellen. Bei der EM in der Schweiz und Österreich waren auch unsere Ortvereine in die Planung mit einbezogen und standen bereit. Die BF Basel kommt auch mit diversen Spezialfahrzeugen wenns hier klemmt.

    In Frankreich sieht das schon wieder anders aus. Erstens fordern die Franzosen so gut wie nie (nicht einmal bei Großschadensfällen) deutsche Hilfe an und zweitens dürfen wir nicht mit Signal nach Frankreich einfahren. In den wenigen Fällen in denen wir dann doch rüberfahren erwartet uns fast immer ein Streifenwagen der Polizei, der vor uns fährt. (Wenn ich richtig informiert bin haben die französischen RTWs kein Wegerecht.)

    Ich finde es schon eigenartig dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit einem nicht EU Land besser klappt als mit einem EU Nachbar. (Na ja, die Franzosen sind da schon etwas „speziell“)

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