Gefährliche Hilfe im Gazastreifen


 Gaza/Genf (Rotes Kreuz) – Seit dem Beginn der Bodenoffensive der israelischen Armee ist es für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) noch schwieriger und gefährlicher geworden, den Menschen im Gazastreifen zu helfen. Selbst den aktuellen Bedarf der Betroffenen zu erheben, erweist sich als schwierig, da sich die Rotkreuz-Mitarbeiter nicht uneingeschränkt bewegen können.

Fest steht, dass mehrere Krankenhäuser, Moscheen und Wasserversorgungssysteme durch die Bombardements schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sind. In manchen Teilen des Gazastreifens haben Familien große Schwierigkeiten an sauberes Trinkwasser zu kommen. Zur gleichen Zeit geht der Raketenbeschuss von Gaza ins südliche Israel weiter.

„Wir sind sehr besorgt über die Berichte, die wir über zivile Opfer und Schäden an zivilen Einrichtungen erhalten“, sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. „Die Sicherheit von Zivilisten ist unser größtes Anliegen. Das Rote Kreuz ruft alle Konfliktparteien zum wiederholten Mal auf, das humanitäre Völkerrecht zu beachten und das Leben von Zivilisten zu schonen.“

Die Spitäler im Gazastreifen benötigen indessen dringend Schmerzmittel und Anästhetika. Ein Chirurgen-Team des IKRK hat nach mehrtägiger Wartezeit nun die Erlaubnis der israelischen Behörden erhalten, in den Gazastreifen einzureisen.

In Absprache mit den israelischen Behörden ermöglicht das IKRK Rettungsfahrzeugen und Feuerwehrmännern Zugang zu besonders gefährlichen Gebieten.

Durch die Kämpfe war es Rettungskräften des Palästinensischen Roten Halbmonds oftmals nicht möglich, Notfälle zu erreichen. Am Sonntag beispielsweise konnte eine Schwangere im Norden des Gazastreifens nicht rechtzeitig ins Spital gebracht werden. Die Frau erlitt daraufhin eine Fehlgeburt.

Auf der anderen Seite der Grenze leistet der israelische Magen David Adom (MDA) der vom Raketenbeschuss aus Gaza betroffenen Bevölkerung medizinische Hilfe. Der MDA berichtet, dass in den vergangenen neun Tagen vier Menschen ums Leben kamen und 60 verletzt wurden.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?