Geburt im Hafen von Wyk


Wyk (DGzRS) – Auf dem Seenotkreuzer Vormann Leiss (Station Amrum) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat in der Nacht zu Freitag ein gesunder Junge das Licht der Welt erblickt. Im Hafen von Wyk auf Föhr tat der kleine Gideon Raphael gegen 3 Uhr seinen ersten Schrei.

Etwa eine Stunde zuvor waren die Seenotretter alarmiert worden. Um 2.17 Uhr verließ die Vormann Leiss mit der hochschwangeren Frau, dem werdenden Vater, Hebamme Antje Hinrichsen, und vier Seenotrettern an Bord die Insel Amrum Richtung Föhr. Dort befindet sich das nächstgelegene Krankenhaus.

Die Überfahrt verlief zunächst ohne besondere Vorkommnisse – bis zur Ansteuerung von Wyk. „Beeil Dich, es geht los!“, rief Rettungsmann Lars-Peter Jensen nahe der Tonne F2a seinem Vormann Jens Petersen zu, der den Seenotkreuzer sicher durch Wattenmeer und Nacht steuerte.

Jetzt ging alles ganz schnell: Gegen 2.50 Uhr machte die Vormann Leiss in Wyk fest. Die Hebamme leitete unmittelbar darauf die Geburt ein, assistiert vom werdenden Vater, selbst Kinderarzt, und dem bereits alarmierten Landrettungsdienst.

Die Zeiger der Borduhr waren auf 3 Uhr vorgerückt, als der 3555 Gramm schwere und 51 Zentimeter große Gideon Raphael zur Welt gekommen war. Die Mutter und ihr inzwischen viertes Kind sind wohlauf, kamen zur weiteren Versorgung ins Föhrer Krankenhaus und haben nun bereits die Rückreise nach Amrum angetreten.

Einsätze wie dieser gehören wohl zu den schönsten der Seenotretter. Gerade im Bereich der Inseln und Halligen sind Besatzungen der DGzRS immer mal wieder Geburtshelfer. Allein im nordfriesischen Wattenmeer zwischen Amrum und Föhr übernimmt die DGzRS acht bis zehn Mal pro Jahr Schwangerentransporte mit einem Seenotkreuzer. Geburten an Bord sind allerdings seltener: Zuletzt kamen 2007 Ole kurz vor dem niederländischen Eemshaven zur Welt, 2005 Clemens Christoph zwischen Amrum und Föhr sowie 2002 Benjamin im Watt vor Norddeich.

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