Fünf Windeneinsätze in zwei Wochen


Nürnberg (DRF) – Eine ungewöhnliche Häufung von Windeneinsätzen verzeichnete die Besatzung des am Nürnberger Flughafen stationierten Rettungshubschraubers der DRF Luftrettung Anfang Oktober. Fünf Mal in zwei Wochen wurden die Luftretter von „Christoph 27“ zu Unfällen in unwegsamem Gelände gerufen, die den Einsatz der bis auf 90 Meter ausrollbaren Seilwinde erforderten. 

Am Donnerstag, den 9. Oktober, wurde der Hubschrauber nachmittags von der Leitstelle Nürnberg zu einem Einsatz im Wandergebiet der Hersbrucker Schweiz gerufen. Martin Preuss, der als Rettungsassistent und Windenoperator im Dienst war, erzählt: „Ein sieben Jahre alter Junge war abgestürzt, als er sich auf einem Felsen an einer Wurzel festhalten wollte, und es bestand der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung. Der junge Patient musste liegend transportiert werden, die Unfallstelle war jedoch sehr schwer erreichbar.“

Daher führte man mit „Christoph 27“ eine Windenrettung durch. Zuerst wurde das Kind in einem Bergesack auf den Flug vorbereitet. Anschließend flog die Besatzung es zusammen mit einem Mitarbeiter der Bergwacht an der Winde des Hubschraubers aus. Nach einer Zwischenlandung wurde der Patient mit seiner Mutter in ein Nürnberger Krankenhaus geflogen.

Schon am nächsten Tag kam die Winde wieder zum Einsatz, in diesem Fall bei Bad Kötzting im Bayerischen Wald. Ein Wanderer hatte sich bei einem Sturz schwer verletzt, auch er befand sich in unzugänglichem Gelände. Die Nürnberger Besatzung der DRF führte den Windeneinsatz routiniert durch und flog den Patienten anschließend in ein Krankenhaus in Straubing.

Auch Samstag wurde die Winde benötigt, allerdings nur zu Übungszwecken. Die Nürnberger Luftretter trafen sich an diesem Tag mit Bergwachtmitarbeitern auf der Enzendorfer Platte zu einem der beiden jährlichen Windentrainings.

Einen Tag später alarmierte die Leitstelle Regensburg „Christoph 27“ wieder zu einem Echteinsatz bei Arrach im Bayerischen Wald. Eine Frau hatte sich beim Wandern schwer am Bein verletzt und konnte mit einem Rettungswagen nicht erreicht werden. Auch hier klappte die Zusammenarbeit der verschiedenen Rettungskräfte reibungslos. Die Patientin wurde mit Hilfe der Winde schnell ausgeflogen und an Bord des Nürnberger Rettungshubschraubers in ein Krankenhaus gebracht.

Eine Woche später, am 19. Oktober, flog die Nürnberger Besatzung der DRF Luftrettung gleich zwei Windeneinsätze, ein Mal in der Fränkischen Schweiz, das andere Mal nahe Altdorf bei Nürnberg.

Windenoperator Martin Preuss fasst den Windenmarathon zusammen: „Eine solche Häufung ist schon ungewöhnlich. Was die Einsätze jedoch schön gezeigt haben, ist, dass wir mit der Berufsfeuerwehr, der Bergwacht und dem bodengebundenen Rettungsdienst sehr gut zusammenarbeiten. Das regelmäßige Training zeigt Wirkung.“

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