Frankreichs Notärzte sind zum Streik entschlossen


Paris (rd.de) – Die Notärzte in Frankreich beklagen Arbeitsbelastungen jenseits der gesetzlich zulässigen Grenzen und wollen ab Dezember 2008 allenfalls Dienst nach Vorschrift machen.

Frankreichs Notärzte haben sich schon einige Male an einem Streik versucht, doch zu spüren war das nicht. Um die Sicherheit der Patienten zu gewähren, ließen Sie sich spätestens unter Androhung von Rechtsfolgen zu Notdiensten verpflichten.

Diesmal soll es anders werden, kündigt der Verband französischer Notärzte und Notärztinnen (AMUF) an. In der Presse finden sich Schlagzeilen wie „Es wird Tote geben“. Von langer Hand wurde der Aufstand der Rettungsmediziner vorbereitet. Seit September kopieren die Ärzte Ihre Dienstpläne und kalkulieren ihre realen Arbeitsstunden in speziell vorbereiteten Excellisten durch. Die streikwilligen Mediziner finden auf der Webseite der AMUF den kompletten Vorbereitungsbausatz, denn auf rechtliche Außeinandersetzungen will man bestmöglich vorbereitet sein.

„Das Gesetz ist klar: 39 Arbeitsstunden die Woche, bei Bereitschaftsdiensten sind 48 Stunden pro Woche das Limit“, erklärt der Notärzteverband AMUF. Alles was da drüber ist, wurde über drei Monate aufsummiert, um die Situation zu dokumentieren. Fortan werden die Notärzte exakt 39 Stunden pro Woche den Dienst aufrecht erhalten, also einen Dienst nach Vorschrift versehen. Das alleine soll die desolate Personalsituation belegen und könnte die Notfallrettung kollabieren lassen.

Am 1. Dezember gehen die Notärzte im Rahmen der Auftaktveranstaltung auf die Straße. Rettungsdienst, Arztrufdienste und Notaufnahmen werden danach unter einer mangelnden Ärztepräsenz leiden. Und das auf unbefristete Zeit, bis sich das Gesundheitsministerium entschließt mit den Notärzten einen Dialog zu suchen.

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