Formel 1: Rennarzt lobt DRK-Kräfte


Nürburgring (Foto: Nürburgring Automotive GmbH)

(Foto: Nürburgring Automotive GmbH)

Kreis Ahrweiler (DRK) -Mit insgesamt 198 Einsatzkräften im Sanitäts- und Rettungsdienst bewältigte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) den viertägigen Einsatz während des Großen Preises von Deutschland der Formel 1 am Nürburgring.

Insgesamt verlief der Einsatz bei der diesjährigen Formel 1 wegen des kühlen Wetters ohne besondere Vorkommnisse. Wegen der gemäßigten Wetterlage in der Eifel blieben hitze- und sonnenbedingte Einsätze, wie etwa Hitzeerschöpfung und Sonnenstiche, aus.

In den fünf Sanitätsstationen wurden während der vier Veranstaltungstage insgesamt 72 Hilfeleistungen durchgeführt. Der DRK-Rettungsdienst am Nürburgring besetzte acht Rettungsfahrzeuge, davon zwei mit Notarzt, und führte 121 Krankentransport- und Rettungsdiensteinsätze durch. Hierbei handelte es sich um campingbedingte Unfälle, die zur weiteren ärztlichen Behandlung in die umliegenden Krankenhäuser transportiert wurden. Im Medical Center des Nürburgrings wurden während des Großen Preises Santander von Deutschland der Formel 1 insgesamt 81 Personen behandelt.

Medical Simulation Excercise

Auch die Sicherung der Rennstrecke und die Organisation der gesamten notfallmedizinischen Versorgung des Formel 1-Rennzirkus lag in den Händen des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler. Hier stellte das DRK weitere 58 Rettungskräfte und zwölf Fahrzeuge standen bereit. Höhepunkt der der DRK-Einsatzvorbereitungen zur Streckensicherung war am Donnerstag die notfallmedizinische Kontrollabnahme, verbunden mit einer medizinischen Großeinsatzübung (Medical Simulation Excercise) auf der Rennstrecke. Unter Beobachtung von Dr. Michael Scholz, höchster Automobilrennarzt im Deutschen Motorsportbund (DMSB), und Prof. Dr. Gary Hartstein, Chefarzt der Formel 1, wurde ein schwerer Rennunfall mit seitlichem Einschlag und einem stark verletzten Rennfahrer simuliert. Die Rennsportexperten Scholz und Hartstein waren voll des Lobes über die notfallmedizinische Crew. Als oberster Notfallmediziner der Formel 1 betonte Hartstein, dass er einen solch guten Versorgungsstandard wie am Nürburgring in dieser Rennsportsaison noch nicht gesehen habe und bezeichnete die Hilfeleistungsstrukturen als exzellent.

Dr. Scholz hält als „Chief Medical Officer“ engsten Kontakt zu FIA-Racedirector Charlie Whiting und ist das Bindeglied zwischen Rennleitung und Medical Center. Darüber hinaus pflegt Scholz auch bei anderen Rennen des DMSB gute Kontakte zum medizinischen Team am Nürburgring. Das Personal im Medical Center des Nürburgrings wird seit fünf Jahren vom Marienhaus Klinikum im Kreis Ahrweiler und vom DRK-Kreisverband Ahrweiler e.V. gestellt.

Wetterinformationen inklusive

Als weiteren Service organisierte das DRK der Rennleitung erstmals die Wetterinformationen für die gesamten Renntage. Über ein spezielles Portal des Deutschen Wetterdienstes für Bevölkerungsschutzeinrichtungen bezogen die Rotkreuzler ihre Informationen. Ausgewertet und aufgearbeitet wurden diese dann fachgerecht von Björn Mühle, ehrenamtlicher Rettungssanitäter des DRK-Rettungsdienstes am Nürburgring und Student der Geografie und Meteorologie an der Universität Bonn.

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