Fluggesellschaften dokumentieren Notfälle unzureichend


Bochum (RUB) – Die Ruhr-Universität Bochum, hat zwischen 2002 und 2007 10.189 medizinische Notfälle an Bord von Verkehrsflugzeugen untersucht. Die Studie enthüllt dabei Mängel in der Dokumentation solcher Zwischenfälle.

Die häufigsten medizinischen Zwischenfälle im Flugzeug sind Ohnmachtsanfälle, gefolgt von Magendarmbeschwerden. Dies ist das Ergebnis einer Auswertung von 10.189 medizinischen Notfällen an Bord von Maschinen zweier europäischer Airlines zwischen 2002 und 2007, unter der Leitung von Dr. Michael Sand (Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität). An dritter Stelle standen Herzkreislaufprobleme.

Immerhin machten die 509 gesichteten Herzanfälle 4,9 % der medizinischen Zwischenfälle aus. Angesichts der relativ hohen Zahl von Herz-Kreislauf-Notfällen sei es sinnvoll, Defibrillatoren standardmäßig dabei zu haben. Thrombosen, vor denen im Zusammenhang mit Flugreisen häufig öffentlich gewarnt wird, kamen hingegen nur 47 mal vor (0,5 %).

Aufzeichnungen fehlen oft

Erstaunt waren die Forscher über die unzureichenden Aufzeichnungen der Fluggesellschaften. Von 32 angefragten Airlines konnten 27 nicht an der Studie teilnehmen, weil sie die notwendigen Daten nicht erhoben hatten. Die Angaben einer Gesellschaft waren ungeeignet, während sich zwei Airlines aufgrund ihrer Firmenpolitik nicht an der Studie beteiligten. Übrig blieben schließlich eine große staatliche europäische Fluggesellschaft und eine so genannte „Billig-Airline“. „Für größere Studien zum Thema medizinische Notfälle bei Flügen wäre eine standardisierte Aufzeichnung solcher Zwischenfälle notwendig“, meint Dr. Michael Sand.

Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Critical Care“ erschienen.

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