First Responder sind nun Teil des Südtiroler Rettungssystems


(Foto: Weißes Kreuz)Bozen (pm) – Seit kurzem ist das bewährte First-Responder-Projekt des Weißen Kreuzes fester Bestandteil des Südtiroler Rettungssystems. Es wird mit der Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren und der Landesnotrufzentrale durchgeführt.

Der Vorteil des First Responder-Projekts ist es, dass ehrenamtlich tätige Sanitäter bis zum Eintreffen des Rettungsfahrzeuges schnell professionelle Hilfe in Notsituationen anbieten. Dabei werden sie von der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Diese wertvolle Ergänzung des Rettungssystems ist besonders dort notwendig, wo ein Rettungsfahrzeug aufgrund der Entfernung zur nächsten Rettungsstelle oder der schwierigen Erreichbarkeit nicht binnen der vorgesehenen Zeit am Unfallort sein kann.

Die rund zweijährige, nun abgeschlossene Projektphase wird nach der Auswertung der Einsätze von allen Seiten positiv bewertet. Die Kooperation von Landesrettungsverein und den Freiwilligen Feuerwehren hat sich sehr bewährt.

Der Präsident des Weißen Kreuzes Dr. Georg Rammlmair, der Präsident des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren Wolfram Gapp und der Primar der Landesnotrufzentrale, Dr. Manfred Brandstätter, unterstrichen die Wichtigkeit und den Willen zur Fortführung des Dienstes. Bereits die ersten zwei Jahre der Testphase haben gezeigt, dass sich dieser Dienst der abrufbaren freiwilligen Ersthelfer als unschätzbar wichtig erwiesen hat.

Um eine First-Responder-Einheit zu gründen, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Das nächste verfügbare Rettungsmittel ist mehr als 20 Fahrminuten vom Notfallort entfernt
  • Der Bereitschaftsdienst wird rund um die Uhr garantiert
  • Die örtliche Feuerwehr ist bereit, die First-Responder-Gruppe technisch zu unterstützen

Fällt das Gutachten positiv aus, kann sich die Gruppe bilden und aktiv werden.

Die notwendigen Geräte und die gelben Kennzeichnungswesten beschafft das Weiße Kreuz, die Fahrzeuge werden von den Feuerwehren zur Verfügung gestellt und gefahren. Alle First Responder durchlaufen eine spezielle 32 Stunden umfassende Ausbildung, die mit einer schriftlichen und praktischen Prüfung abgeschlossen wird.

2 Responses to “First Responder sind nun Teil des Südtiroler Rettungssystems”

  1. Status3 on Februar 12th, 2011 12:44

    was mir noch nicht ganz einleuchtet: Warum dürfen FR-Gruppen nur unter diesen Voraussetzungen gegründet werden? Grade im Duplizitätsfall für ein reguläres Rettungsmittel können FR doch ihre Stärke ausspielen und reguläre Fahrzeiten von mehr als 20 Minuten sollte es nach meinem Verständnis eh nicht geben…

  2. thomaswagner on Februar 15th, 2011 05:00

    @Status3: „… und reguläre Fahrzeiten von mehr als 20 Minuten…“

    Schon richtig, nur ist hier auch nicht von „regulären Fahrzeiten“ die Rede, sondern vom „nächsten verfügbaren Rettungsmittel“, und das ist nicht unbedingt das regulär für einen Bereich zuständige Fahrzeug!
    Abgesehen davon, warst Du schon mal in Südtirol? Wenn ja, dann solltest Du die geographischen und topographischen Herausforderungen dort kennen. Das System ist genauso aufgebaut wie in Deutschland, es gibt eine bestimmte Zahl von Vorhalte-Fahrzeugen und das nächste verfügbare Rettungsmittel wird im Fall eines Einsatzes alarmiert.
    Über die Gründungsvoraussetzungen bin ich allerdings auch etwas erstaunt…

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