Feuerwehrmann stellt Straßenräuber


Köln (pol) – Gestern Nachmittag ist in Köln-Bickendorf ein Straßenräuber (21) durch einen Feuerwehrmann (27) unmittelbar nach Tatausführung verfolgt worden. Während der Nacheile informierte der 27-Jährige die Polizei. Die herbeigerufenen Polizisten nahmen dank der ausgezeichneten Standortbestimmung den flüchtenden Räuber fest.

Gegen 15.15 Uhr war ein Mitarbeiter (21) eines Autofachgeschäftes auf dem Weg zum Geldinstitut auf der Venloer Straße. Hier sollte er Firmengelder einzahlen. Einige Meter vor dem Geldinstitut bemerkte der 21-Jährige aus den Augenwinkeln heraus einen Mann, der offensichtlich sehr dicht auf ihn aufgerückt war. Als der Geschädigte den Eingangsbereich der Bank fast erreicht hatte, wurde er von hinten plötzlich attackiert. Der Räuber umklammerte ihn, um so an die mitgeführte Geldtasche zu gelangen. Da sich der Geldbote aber heftig wehrte, stieß der Unbekannte diesen gegen eine Passantin, so dass beide zu Boden stürzten. Hiernach ergriff der Räuber die Flucht in Richtung stadtauswärts.

Exakt zu diesem Zeitpunkt befand sich ein Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Köln auf dem Rückweg von einem Einsatz. In Höhe des Tatortes wurde der Zugführer (48) auf die Situation an dem Geldinstitut aufmerksam und sprach seine Mitarbeiter im Löschfahrzeug hierauf an. Der 27-jährige Brandmeister ergriff sogleich die Verfolgung des flüchtenden Räubers. Während der Verfolgung bemerkte der in voller Einsatzmontur bekleidete Feuerwehrmann, dass er kein Handy mit sich führte. Kurzerhand sprach der einfallsreiche Verfolger einen Passanten auf der Straße an. Nachdem dieser dem Brandmeister kurzerhand sein Handy zur Verfügung stellte, nahm dieser wieder die Verfolgung auf. Während des Nachlaufens stellte der 27-Jährige nun wiederum fest, dass das Handy auf eine Fremdsprache und die Tastensperre eingestellt bzw. eingerastet war. Im Laufen gelang es dem technisch versierten und austrainierten Verfolger, das Handy „umzustellen“ und den Notruf zu betätigen Gegenüber den Beamten der Einsatzleitstelle der Polizei Köln schilderte der 27-Jährige den jeweiligen und detaillierten Standort.

Wenig später konnte der scheinbar völlig verzweifelnde Räuber auf der Vogelsanger Straße festgenommen werden. Bei der eigentlichen Zugriffsituation durch die Polizei ereignete sich noch ein kleiner Verkehrsunfall, bei dem ein Laster durch den Streifenwagen leicht beschädigt wurde.

Während seiner Vernehmung räumte der 21-jährige Räuber ein, dass er zusammen mit einem Komplizen (20) diesen Raubzug geplant habe. Der 20-jährige Mittäter, der bei der eigentlichen Tat nicht direkt in Erscheinung getreten ist, hat sich zwischenzeitlich selbst der Polizei Köln gestellt und seine Beteiligung eingeräumt.

Beide Männer müssen sich nun einem Strafverfahren stellen. (ad)

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