Feuerwehrführerschein bis 7,5 Tonnen kommt


Berlin (pm) – Heute stimmt der Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung über den Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen zum Straßenverkehrsgesetz ab. Mit dem „Feuerwehrführerschein“ für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen soll der Einsatz der Katastrophenhilfe erleichtert werden.

„Die Einsatzfähigkeit von Feuerwehr und Rettungsdiensten wird verbessert: Mit den letzten Änderungen im Straßenverkehrsgesetz hat die Koalition aus CDU/CSU und FDP eine wichtige, praxisnahe Regelung für den Großen Feuerwehrführerschein auf den Weg gebracht. Viel mehr Freiwillige können jetzt nach interner Schulung und Prüfung Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen führen. Damit ist es uns gelungen, Hürden auszuräumen und das Ehrenamt in Deutschland nachhaltig zu stärken“, erklären der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dirk Fischer sowie der zuständige Berichterstatter Gero Storjohann.

Die neue Regelung gilt für Feuerwehr, Rettungsdienste, technisches Hilfswerk und andere Organisationen des Katastrophenschutzes. Nach einer Einweisung und Prüfung durch die Organisation bzw. durch einen externen Fahrlehrer können die Länder Fahrberechtigungen für Fahrzeuge bis zu 7,5 Tonnen – inklusive Anhänger – ausstellen. Bisher gilt die Regelung nur teilweise für Fahrzeuge bis zu 4,75 Tonnen. In der Praxis liegen jedoch eine Vielzahl der neuen, kleineren Einsatzfahrzeuge bereits über der Gesamtmasse von 4,75 Tonnen. Laut Feuerwehrverband sind etwa 16.000 Fahrzeuge von der Neuregelung positiv betroffen.

14 Responses to “Feuerwehrführerschein bis 7,5 Tonnen kommt”

  1. Jochen Maaß on März 24th, 2011 16:33

    Besser wäre es für die Maschinisten/Fahrer der Feuerwehren und des Rettungsdienst, wenn bei dort besser und mehr ausgebildet würde als für den Alltag. Bei Einsatzfahrten besteht ein bis zu 17 Mal höheres Unfallrisiko als bei Normalfahrten. Die Fahrer haben bis zu acht Mitfahrer dabei (Löschrguppenfahrzeug) und selbst im RTW sind es mit Patient, Notarzt, RettAss, Praktikant und einer Begleitperson auch schon fünf Mitfahrer.
    Und trotzdem sind wir mit weniger Ausbildung einverstanden als für das Fahren eines Mietlasters für einen privaten Umzug nötig ist? Die Idee ist wohl eine Folge des PISA-Syndroms?
    Übrigens ist der gesamte poltische Aufwand für den Feuerwehrführerschein nur Augenwischerei – die Ausnahme für „Katastrophenschutz“ steht bereits in der EU-Führerscheinrichtlinie( !!!!!!) und hätte nur angewandt werden müssen. Warum nur verzichten die Nachbarländer darauf?

  2. philipp89 on März 27th, 2011 19:55

    dem kann ich nur zustimmen, ich mache selber meinen LKW-Führerschein (CE/ Klasse 2). Seit ich mit diesem Fahrzeug erfahrungen gesammelt habe, sind die RTW-Fahrten wesentlich ruhiger und entspannter also vohrer mit Klasse B -Erfahrung. Durch die gewonnene Fahrpraxis mit einem richtigen LKW habe ich nun als Rettungssanitäter mehr Zeit mich auf die reinen Belange bei Sonderrechtsfahren zu konzentrieren, weil ich keine Panik mehr habe die Abmessungen des RTW zu unterschätzen.
    Insofern bin ich ein klarer Gegner des Feuerwehrführerscheins, zumindest in der oben dargestellten Form

  3. eifelpizzataxi on Mai 5th, 2011 15:14

    Ich finde es richtig und gut, dass der Feuerwehrführerschein für Fahtzeuge bis 7,5t kommt. Ich bin selbst ehernamtlich im DRK und somit im Katastrophenschutz tätig. Es wäre eine Frechheit und Zumutung, dass wir jetzt auch noch den Führerschein der Klasse C1 aus eigener Tasche bezahlen müssten, da wir in nächter Zeit einen GwSan der 7,49t zGG hat. Außer einer Person dürfte keiner dieses Fahrzeug in unserem Ortsverein fahren. Also meiner Meinung nach ist diese Regelung längst überfällig.

  4. charlie-zulu on Mai 5th, 2011 18:48

    Wenn der Ortsverein Fahrzeuge bekommt für die keiner einen Führerschein hat wäre es ratsam, dass vorhandene Gelder in die Ausbildung gesteckt werden.

    Alle Forderungen hier Freifahrtscheine zu verteilen sind recht unverschämt und fahrlässig.

  5. Tino1 on Mai 6th, 2011 09:22

    Ich finde es auch einen Schritt nach vorn….

  6. SH on Mai 6th, 2011 12:26

    Ohne Führerschein kein Führen von Einsatzfahrzeugen. Diese Devise wird auch nach Einführung dieser Krückenlösung zumindest in meinem Verband Bestand haben. Bei uns hat niemand etwas hinter dem Steuer eines Fahrzeuges zu suchen, für das er keine reguläre Fahrerlaubnis erworben hat. UND DAS IST GUT SO. Für neue Mitarbeiter ist das Einstellungsvoraussetzung, unsere wenigen Mitarbeiter, die einen B-Führerschein haben, werden beim Erwerb des C(1) unterstützt.
    Jemanden ein Fahrzeug ohne Fahrerlaubnis fahren zu lassen, noch dazu unter den Bedingungen einer Sonderrechtsfahrt, ist unverantwortlich.
    Man kann nur hoffen, dass die EU-Komission mal was richtig macht und diesem Irrsinn einen Riegel vorschiebt.

  7. locco on Mai 6th, 2011 13:55

    Kosten gespart? Nur für wen ist hier die Frage? Bund und Länder sparen dabei wieder kräftig, denn wenn diese Regelung nicht in Kraft treten würde, wären innerhalb kürzester Zeit viele Hilfsorganisation handlungsunfähig. Es sei denn, sie würden die Kosten übernehmen, wenn es sonst keiner tut.

    Man sollte nur stark darauf achten, dass die internen Schulungen auch gewissenhaft und sachgerecht durchgeührt werden. Somit liegen die Kosten doch wieder bei den Hios. Denn auch diese Ausbildung kostet Geld und Ressourcen in Form von Zeit, Ausbildern und Material.

    Hoffe die Unfallstatistik mit schweren Fahrzeugen steigt bei den Hios nicht. Nachsehen haben letztlich diejenigen, die von einem schweren Brummi überrollt werden…

  8. Rorin on Mai 8th, 2011 20:06

    Der soll mal kommen der Helferführerschein.
    Vor allem dass die neue Regelung Anhänger beinhaltet ist mir wichtig. Das Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs ist mir relativ egal.
    In der Wasserrettung ist es üblich am Fahrzeug (das in der Regel nicht über 3,5t liegt) noch einen Bootstrailer hinten dran hängen zu haben.
    An alle, die hier nach Fahrschule schreien: Was hat ein Golf mit Miniatur-Anhänger (typisches Fahrschul-Gespann) mit einem Sprinter und einem Bootstrailer hinten dran gemeinsam? Richtig. Sehr wenig.
    Da ist mir jede interne Schulung mit genau dem Gespann, welches dann später im Einsatz gefahren werden soll tausenmal lieber als ein BE-Führerschein der mit nem Spielzeuganhänger erworben wurde.

  9. charlie-zulu on Mai 9th, 2011 13:02

    ..und was hat ein Golf mit einem RTW, Feuerwehr- oder sonstigem schwerem Fahrzeug zu tun?!

    Wenn man so argumentiert bräuchte man ja für keinerlei berufliche Tätigkeit einen besonderen Führerschein. Da wird eben mal schnell und intern auf die jeweiligen Fahrzeuge eingewiesen und gut ist. Schon kann man mit -B- alles fahren.

    ..und dann wundert man sich noch, wenn einige LKW-Fahrer nicht mit ihrem Tempomaten klar kommen und in ein Stauende rasen. Tja, woher mag es wohl kommen, wenn nicht mal Berufskraftfahrer ihre Fahrzeuge richtig kennen.

    Natürlich wird das hier gänzlich anders laufen!

  10. Rorin on Mai 9th, 2011 20:13

    Nenn es „einweisen“, „ausbilden“ oder wie auch immer. Wichtig ist, dass dies organisationsintern und damit kostenneutral geschehen kann UND das diese Ausbildung nicht ein halbstündiger Vortrag ist sondern eine echte Ausbildung mit dem Gespann.

    Wenn man mit nem Hänger umgehen kann ist der BE-Führerschein bei der Fahrschule übrigens auch nur 3 Fahrstunden Überlandfahrt, eine Autobahn und eine nachts, sowie die Prüfung. Aber diese Ausbildung ist Realitätsfern, wenn ich danach ein viel größeres Gespann ziehen will. In der Fahrschule lern ich auch nicht was beim slippen alles zu beachten ist. Ohne interne Ausbildung geht’s bei uns sowieso nicht. Ich sehe einfach keinen Sinn darin Geld auszugeben, wenn danach immernoch der selbe Ausbildungsbedarf besteht. Da mach ich’s lieber gleich selber.

    Und nur um’s nochmal klarzustellen: ich beziehe mich hiermit nur auf Gespanne für die ein BE-Führerschein erforderlich wäre. Ich habe keine Er-Fahrung mit schwereren Fahrzeugen und halte mich daher diesbezüglich zurück.

  11. sdf sdf on Mai 25th, 2011 13:22

    Aber was ihr alle vergesst…was ist mit den Leuten die noch den alten 3er Führerschein haben ? die mussten auch kein gesonderten Führerschein machen um die Einsatzfahrzeuge fahren zu können, die haben damals auch nur ihren Führerschein auf nem Golf gemacht und fahren jetzt ein Mercedes Vario als RTW im Einsatz.

    Damals hat sich niemand aufgeregt. Ich unterstütze diese Regelung denn ohne sie wären die Feuerwehren und Hiors bald aufgeschmissen. Ich hab lieber einen etwas jüngeren am Steuer der von der von dieser Regelung provitiert, wie wenn die Feuerwehren und Hiors jeden 80 jährigen Rentner bei sich behalten müssen damit irgendjemand die Fahrzeuge fahren kann…

  12. charlie-zulu on Mai 26th, 2011 10:44

    Damals, Früher,.. jaja. Alles war besser und die Mauer war höher, is klar.

    > Damals waren noch GANZ andere Dinge erlaubt. <

    Die Annahme, dass alle plötzlich aufgeschmissen wären ist doch aus der Luft gegriffen. Der Staat BRAUCHT doch ein funktionierendes System. Der WIRD und MUSS handeln wenn plötzlich alle melden: "NICHT EINSATZBEREIT!"

    Aber DAS macht ja eben keiner! Nein, anstatt auf vernünftige Ausbildung zu pochen wird so ein Schrottsystem noch gelobt und es wird plötzlich eine Erwartungshaltung aufgebaut ohne irgendeine Grundlage dahinter.

    Typisch, hier demontiert man sich mal wieder selbst, und zwar im Galopp mit wehenden Fahnen.
    Aber was solls, immerhin darf man dann ja die niedlichen kleinen roten Autos fahren mit Blinklicht oben drauf.

  13. Easy on Mai 26th, 2011 11:10

    @sdf sdf:

    Sorry, das ist für mich nicht nachvollziehbar!

    Dann lass uns doch die neue Einsatzkleidung mit Reflexstreifen auch wieder gegen einfache Weiße Hosen eintauschen, schließlich ging es früher im nächtlichen Verkehrsraum ja auch ohne. Wieso Larynx-Tuben verwenden, ging doch früher auch mit normalen Endotracheal-Tuben (Egal, wie oft da fehlintubiert wurde).
    i.o.-Zugang mit dem Bohrer, ach quatsch, ging früher auch von Hand und die gläsernen Infusions-Flaschen wollen wir aucch gleich wieder zurück.

    Die neue Führerschein-Regelung der EU, die übrigens seit fast 10 Jahren angewendet wird, war ein sehr wichtiger und richtiger Schritt hin zu einem MEHR an Sicherheit im Straßenverkehr. Die HiOrgs, der KatS und viele Kommunen haben nur die letzten 10 Jahre aus Ignoranz oder falschem Sparwahn versäumt, entsprechend viele Fahrer mit den erforderlichen Führerscheinen aus zu statten.

    Total fatal dabei ist, dass jetzt eine ganze Reihe von „Helfern“ da stehen und Beifall für diese Regelung Klatschen! Was ist das für eine Wertschätzung eurer ehrenamtlichen Arbeit, wenn man Euch nichtmal den Führerschein bezahlt, den Ihr braucht um die Einsatzfahrzeuge in den Einsatz fahren zu können?
    Würdet ihr auch Beifall klatschen wenn man Euch eure PSA nicht mehr nach neuestem Sicherheitsstandard beschafft, sondern einfach eine abweichende Richtlinie erlässt, die besagt, dass auch einfache Leinen-Hosen und Turnschuhe als PSA den Anforderungen genügen?

    Man will von Euch sehen, dass ihr mit den gestellten Fahrzeugen im Einsatzfall arbeitet, dann soll man auch die Führerscheine fürs Einsatzgerät bezahlen.

    Da siegt aber dann das Funkeln in den Augen vieler Heißdüsen, wenn man ENDLICH das „große“ Fahrzeug in den Einsatz fahren darf, statt zu sagen: NEIN, ich will eine richtige Ausbildung haben, wie ich sie für meinen ehrenamtlichen Einsatz verdiene.

    Wenn demnächst Kosten gespart werden sollen und die Feuerwehren keine Atemschutzgeräteträger-Ausbildung mehr durchführen, weil es ja früher auch ohne ging, bin ich mal gespannt ob dann immer noch so viele Beifall klatschen, wenn Leute mit ner Not-Einweisung in den Innenangriff geschickt werden…

  14. RescueM on April 27th, 2012 07:08

    Ein Problem der bisherigen Regelung ist, dass die Feuerwehr/HiOrG selbst ausbilden und vorallem „abnehmen“ darf.

    „Hund, pass auf die Wurst auf“ trifft es wohl ganz gut, denn die FW und HiOrG haben ein ureigenes Interesse, dass deren Leute fahren dürfen, also liegt es nahe, bei Schulung und „Prüfung“ auch mal grosszügig zu entscheiden.

    Während Ausbildung und Übungsfahrten durchaus von der BOS selbst durchgeführt werden können, gehört für mich eine Fahrprüfung eindeutig in die Hände von unabhängigen Prüfern (TÜV, DEKRA etc.)

    Insgesamt ist die Lösung eh fragwürdig, denn mit gleicher Argumentation könnte man auch die LKW-Fahrerlaubnis (ehem. „Klasse 2“) aushebeln, wenn sonst das Fahrzeug nicht zum EInsatz kommen kann.

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