Feuerwehr will sich im neuen RettAssG wiederfinden


Berlin (DFV) – Für eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes (RettAssG) haben die Verbände, in denen die Feuerwehren auf Bundesebene organisiert sind, in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Anforderungen formuliert, die ihrer Meinung nach künftig Berücksichtigung finden müssen.

„Die Forderungen spiegeln die Anforderungen der speziellen Ausbildung im Feuerwehrbereich wider. Auch die enge Einbindung der Notfallrettung als Bestandteil der Daseinsvorsorge und des Feuerwehr- und Rettungswesens, wie es beispielsweise die Ereignisse des Loveparade-Unglücks in Duisburg gezeigt haben, ist berücksichtigt“, erklärt Ludwig Geiger, der im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) für den Bereich Rettungsdienst zuständige Vizepräsident.

Der DFV, die Arbeitsgemeinschaft der Leiter der Berufsfeuerwehren in der Bundesrepublik Deutschland (AGBF Bund), der Bundesverband Betrieblicher Brandschutz Werkfeuerwehrverband Deutschland (WFVD) sowie der Verband der Bundeswehrfeuerwehren (VdBwFw) nehmen deshalb zu folgenden Punkten Stellung:

• Erhalt der Ausbildungsstufe Rettungssanitäter

• Struktur der Ausbildung

• Fahren von Einsatzfahrzeugen

• Künftige Ausbildungsinhalte

• Qualifikation der Leitung an den Rettungsdienstschulen

„Besonders wichtig ist, dass sich kommunale Berufs- und Freiwillige Feuerwehren mit hauptamtlichen Kräften, Werkfeuerwehren und die Feuerwehren der Bundeswehr auf einen gemeinsamen Standpunkt geeinigt haben, der nun in die seit Jahren währende Diskussion eingebracht werden kann“, unterstreicht DFV-Vizepräsident Geiger. Der DFV macht darauf aufmerksam, dass die Feuerwehren in Deutschland einen nicht unerheblichen Teil der Leistungen in der Notfallrettung – mit fast 1.000 Rettungstransportwagen und mehr als 450 arztbesetzten Rettungsmitteln – erbringen.

Die Position gibt es zum Download unter www.feuerwehrverband.de/novelle-rettassg.html.

5 Responses to “Feuerwehr will sich im neuen RettAssG wiederfinden”

  1. Grüner Bär on Juli 12th, 2011 12:47

    Ein interessanter Beitrag.

  2. Kapu on Juli 12th, 2011 16:44

    Es ist legitim, dass sich Interessenverbände einbringen und ihre Position aufzeigen. Insbesondere die Integration des RS macht auch in Zukunft Sinn, wennschon man sich klar sein muss, dass die sich daraus ergebende Verkürzungsmöglichkeit nicht annähernd die heutigen Dimensionen haben kann und haben wird. Auch der Wunsch nach Modularität ist nachvollziehbar, solange er nicht dazu führt, dass es eine jahrzehntelange Modulsammlerei wird ohne festen Zusammenhang.

    Was ich hingegen nicht akzeptieren kann ist der Wunsch nach einer Öffnung der Qualifikation bei den Lehrkräften: Wie will der Berufsstand RettAss jemals auf Augenhöhe zu anderen Gesundheitsfachberufen kommen, wenn wieder die Qualifikationen der Lehrenden unter der aller anderen Berufe bleibt? Wenn wir von einer Berufsfachschulausbildung reden, dann muss klar sein, dass dort hochqualifizierte Berufspädagogen die Ausbildung steuern müssen und nicht Ingenieure mit einem Zusatzkurs – im Zweifelsfall wird die RettAss-Schule der BF XY eben einen solchen als Angestellten dazu holen müssen („nebenbei“ wird man solch eine Aufgabe eh nicht seriös wahrnehmen können).

  3. Daniel G. on Juli 12th, 2011 17:03

    Die Stellungnahme kommt reichlich spät und enthält wenig Neues. Ein Entwurf der Ausbildungszielbeschreibung steht ja schon lange und wurde mehrheitlich beschlossen, wir können jetzt aber natürlich auch gerne wieder von vorne anfangen, um die RettAss-Ausbildung besser auf die Bedürfnisse der Feuerwehren anzupassen. Es wurde ja schon einmal (auch) auf die Bedürfnisse der Feuerwehren Rücksicht genommen – was dabei herauskam, ist im aktuellen RettAssG nachzulesen.
    Vielleicht sollten wir dazu übergehen, die feuerwehrtechnische Ausbildung an die Ausbildung der Rettungsassistenten anzupassen. Mal sehen, was die Feuerwehren dazu sagen.

  4. thomaswagner on Juli 13th, 2011 20:28

    Ich stimme der Ironie von „Daniel G.“ gern zu. Ein interessanter Denkansatz! Zumal man sich auch bei der Feuerwehr, egal auf welcher Ebene und in welchem Verband, eigentlich darüber im Klaren sein müsste, dass Rettungsdienst eben nicht zu den primären Aufgaben der Feuerwehr gehört, sondern historisch bedingt die einzige Möglichkeit war, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs überhaupt einen Rettungsdienst aufzubauen, nachdem die einzige „Hilfs“organisation des Dritten Reiches zwangsaufgelöst worden war.
    Die Einbindung bzw die Beauftragung der Feuerwehr mit der Durchführung des Rettungsdienstes war also lediglich als Übergangslösung gedacht. Damit kann es also nicht sein, dass die Feuerwehren, zu deren Hauptaufgaben NICHT der RD gehört, jetzt plötzlich versuchen, ihre Vorstellungen von RettAss-Ausbildung den HiOrg´s aufzudrücken, deren Hauptaufgabe der RD aber ist! Am Rande erwähnt ist dabei, dass derzeit so manche Berufsfeuerwehr in Deutschland verkündet sich aus dem RD zurückziehen zu wollen und nur noch Eigensicherung betreiben will, andererseits aber in neue Vergabeverfahren miteinsteigt, z.B. in München.
    Und noch eine Anmerkung zu „Kapu“: Es war in dem Beitrag keine Rede davon die Qualifikation des Lehrpersonals „zu öffnen“ oder herabsetzen zu wollen. Es hiess lediglich, dass die verschiedenen FW-Verbände in Deutschland Stellung zur Qualifikation von Schulleitungen bezogen haben.

  5. Kapu on Juli 14th, 2011 15:59

    @ thomaswagner: Einfach mal die Stellungnahme, die unter dem Bericht verlinkt ist, lesen…

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