Falsch getankt: RA muss zahlen


Löhne (rd.de) – Hektik, Zeitdruck und schon war es geschehen; statt Diesel schwappte Superbenzin im Tank des Rettungswagen. Für den Motorschaden, so das Verwaltungsgericht Minden, muss der Rettungsassistent haften.

Superdiesel, Supersuper? Ein Versehen an der Tankstelle kann teuer werden. Im vorliegenden Fall klagte ein Rettungsassistent der Stadt Löhne vor dem Verwaltungsgericht Minden gegen eine Schadensersatzforderung seines Dienstgebers.

Die falsche Betankung wurde nicht sofort bemerkt. Weit kam der Rettungswagen aber nicht. Er blieb mit einem Motorschaden liegen.

Das Gericht entschied, das Betanken eines Dienstfahrzeuges mit Super statt Diesel ist „grob fahrlässig“ und nun muss sich der Rettungsassistent zumindest mit 2.500 Euro am entstandenen Schaden beteiligen.

(17.04.2009)

4 Responses to “Falsch getankt: RA muss zahlen”

  1. spezi on April 23rd, 2009 13:50

    Hallo!

    Ich find es eine ungeheure Sauerei, das dieser Mitarbeiter zahlen muss, „nur“ weil er einmal falsch getankt hat. Respekt meine Herren.
    Bei uns an den Tankstellen wer soll da noch durchsehen?
    Von V Power Diesel bis V Power Benzin, von Ultimate Diesel und Benzin- Hallo gehts noch?
    Bei den steigenden Einsatzzahlen, 12 Stunden tägliche Arbeitzeit und Stress kann man schon mal einen Tankstopp versemmeln. Warum hat die Kassiererin an der kasse nichts gemerkt. Bei uns sind die wenigstens so clever, das die Tankkarten nur bei Diesel funktionieren. Dann an der Kasse plötzlich grosse Augen den die Karte funktionierte nicht bei Benzin tanken.
    Dieser Schaden damals 300 Euro und keinen kapitalen Motorschaden. Das hat damals meine Berufshaftpflicht übernommen.

  2. thomaswagner on April 23rd, 2009 20:27

    Wenn man mal ein bischen nachdenkt und dabei vielleicht sogar noch die Logik zuhilfe nimmt, dann müsstest auch Du, lieber spezi, erkennen bzw. wissen, dass ein(e) Kassierer(in) von ihrem Arbeitsplatz, nämlich der Kasse, aus nachvollziehbaren Gründen wohl nicht erkennen kann, ob das Fahrzeug einen Benzin- oder Dieselmotor hat. Also wie bitte soll sie dann dagegen etwas tun?!
    Weiterhin sind mittlerweile, eben aufgrund der zahlreichen Kraftstoffsorten, auf den Fahrzeugen meist in den Tankklappen oder neben dem Tankeinfüllstutzen große Aufkleber, die in großen Buchstaben verkünden, was da in den Tank rein soll. Bei allem Verständnis für Stress, aber wer lesen kann ist klar im Vorteil! Oder schiebt man die Schuld, wenn man einen Medikamentennamen nicht lesen kann, dann auch auf den Stress?
    Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und ich bezweifle dass der betroffene Kollege diesen Fehler vorsätzlich begangen hat, so dass meiner Meinung nach diese Entscheidung, den RA zahlen zu lassen, nicht gerechtfertigt war – ausser, wie gesagt, bei Vorsatz.

  3. RS on März 11th, 2011 17:46

    Was meint ihr wie sieht die haftungsfrage bei ehrenamtlichen im rd aus? Ändert sich da was?

  4. Status3 on März 12th, 2011 13:32

    @RS: Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei ehrenamtlichen Kräften etwas anderes gelten sollte. Auch diese wissen, dass man ein Fahrzeug nur mit dem vorgesehenen Kraftstoff tanken darf und welcher in den Tank gehört. Macht man das falsch und verursacht einen Schaden, dann muss man eben haften. Soll das etwa der Arbeitgeber zahlen?

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?