Falck gewinnt erste Ausschreibungen


Bremen (rd.de) – Früh kursierten erste Presseberichte, wonach die Firma Falck den Krankentransport in Herten (NRW) übernehmen könnte. Aus dem Kreis Spree-Neiße (Brandenburg) kommt nun die Nachricht, dass Falck beide Lose der dortigen Rettungsdienstausschreibung für sich entschieden hat.

Die Ausschreibung im Spree-Neiße Kreis an der deutsch-polnischen Grenze ist zweifellos ein dicker Fisch: Es geht insgesamt um die Besetzung von sieben Rettungswachen in Forst, Guben, Peitz, Spremberg, Burg, Döbern und Drebkau. Hierfür müssen 13 Rettungswagen, zwei NEF sowie zwei SEGen gestellt werden. Die Ausschreibung wertete die Wirtschaftlichkeit mit 75 Prozent und das Konzept für den erweiterten Rettungsdienst mit 25 Prozent. Das geht aus der Kreisbeschlussvorlage hervor, über die gestern abgestimmt worden sein soll. Es gab dabei in beiden Losen einen klaren Sieger. Dem vernehmen nach hat sich hierbei das Falck-Unternehmen “Krankentransport Herzig” durchgesetzt.

Von Falck ist hierzu im Augenblick keine detaillierte Stellungnahme zu erhalten. Unternehmenssprecher Christoph Lippay bestätigte gegenüber www.rettungsdienst.de, dass man am Dienstag offiziell über den Zuschlag beim Krankentransport in Herten unterrichtet wurde. Die Ausschreibung in Herten umfasst zwei Krankenwagen im Tagdienst sowie zwei Ersatzfahrzeuge. Information, nach denen man nun auch im Spee-Neiße Kreis zu Zuge kommen könnte, will Falck nicht kommentieren: „Bei den öffentlichen Ausschreibungen besteht eine zehntägige Wartefrist, die den Mitbewerbern zur Nachprüfung eingeräumt wird“, erklärt Lippay und bittet um Verständnis, wenn man sich derzeit nicht zu möglichen Ausschreibungsergebnisse äußern möchte.

15 Responses to “Falck gewinnt erste Ausschreibungen”

  1. Michael Wunder via Facebook on Juni 14th, 2012 17:35

    …brrr

  2. paule on Juni 14th, 2012 18:45

    … oh man. und die jungs und mädels dort hatten bisher bereits 30 prozent unter tarif. werden in zukunft wohl beim hartz-amt aufstocken gehen müssen. aber dafür wird es nun qualitativ voll super. genau wie in göteborg.

  3. Jörn on Juni 15th, 2012 06:58

    Auch wenn der Unternehmenssprecher der FALCK Deutschland GmbH es bislang – auch dem RETTUNGS-MAGAZIN gegenüber – aus formaljuristischen Gründen nicht bestätigen wollte, die Redakteure der “Lausitzer Rundschau” waren fixe und haben Ross und Reiter genannt: Ab dem 1. Januar 2013 rettet die KrankenTransport Herzig GmbH mit Sitz in Hamm/Westfalen im brandenburgischen Landkreis Spree-Neiße. DRK und Ver.di bedauern diese Entscheidung – jedoch aus unterschiedlichen Gründen: Die einen wollten im Spiel bleiben, die anderen die Rekommunalisierung.

    Vgl. http://www.lr-online.de/regionen/forst/Rettungsdienst-in-privater-Hand;art1052,3834275 vom 15.06.2012

    Frühmorgendliche und schon sonnige Grüße aus dem Südwesten der Republik

  4. Jochen on Juni 15th, 2012 11:06

    Endlich wieder ein Thema, wo alle mitreden und nur wenige Ahnung haben. Ein “Böser” hat die Rettung übernommen und nun geht’s bergab.

    Mensch, Leute, schaut Euch die Firma Falck doch mal an. Sie besteht seit Jahrzehnten in DK und ist bei Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit immer im vorderen Bereich. So schlecht kann’s doch dann nicht sein. Dass in Deutschland die bestehenden Strukturen einmal “entkrustet” werden müssen, ist seit Jahren bekannt und wurde bisher immer von den meisten “öffentlichen Rettern” blockiert und schlecht geredet. Schaut Euch doch mal Bereiche an, wo seit vielen Jahren die Rettung von Privaten gemacht wird (z.B. im Nordwesten der Republik durch Promedica).

    Aber alles was sich ändert, kann ja nur schlecht sein. Nein, vielleicht haben ja einige nur Angst vor Veränderungen, weil sie sich dann in ihrem Denken und Handeln mal bewegen müssen. Ich jedenfalls finde es gut, wenn endlich einmal der “Mief” der Jahrzehnte etwas gelüftet wird und ein frischer Wind durch die “Rettungslandschaft” weht. Ich kenne nach über 20 Jahren beide Systeme, das HiOrg sowie das Private. Aber das Private ist im Bezug auf meine Zufriedenheit meine Nummer 1.

  5. Heinrich on Juni 15th, 2012 12:22

    Ich kann dem Jochen nur zustimmen. Abwarten und Tee trinken. In München zahlen die Privaten besser als das BRK. Das Betriebsklima soll mindestens gleich sein, oder besser.

  6. Jörn on Juni 21st, 2012 18:31

    Im Gegensatz zum Landkreis Spree-Neiße wurde im Landkreis Oder-Spree der Rettungsdienst rekommunalisiert – und kürzlich auch ein Hausvertrag für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der nun kreiseigenen Rettungsdienst GmbH abgeschlossen:

    http://www.die-mark-online.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1024168

    Da die Gebühren für Notfalleinsätze (NEF, NAW, RTW) leicht ansteigen (so der Kreistag dem am gestrigen 20. Juni die Erhöhung beschlossen hat), gehe ich davon ausgehen, dass die Rettungsdienst-Mitarbeiter dort künftig vernünftig entlohnt werden – und bleibe bis zum Beweis des Gegenteils bei dieser hoffnungsfrohen Meinung!

    Sonnige Grüße aus dem nicht-kommunalen Südwesten

  7. hannes on Juni 22nd, 2012 06:54

    Hm, könnte es sein, daß Falck die Drohkulisse “Kritik an der Ausschreibung in Tirol” nur aufgebaut hat, quasi als Potemkinsches Dorf, um letzten Endes im lukrativeren (Ost-)Deutschland zum Zuge zu kommen?? Die zeitliche Nähe und das anwaltliche Vorgehen im Vorfeld der am Montag mit großer Mehrheit gefällten überraschenden Kreistags-Entscheidung im brandenburgischen Kreis Teltow-Fläming, die bestehenden Verträge mit ASB, DRK und JUH kurzfristig zu kündigen und den Rettungsdienst schon zum 1.1.2013 zu rekommunalisieren (http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/12347176/61939/Vertraege-mit-Rettungsdienst-Organisationen-werden-ueberraschend-kurzfristig-gekuendigt.html) bzw. das vorab bekannt gewordene Ergebnis der Ausschreibung in Spree-Neiße lassen diesen Schluß zu! Im Artikel heisst es: “Hintergrund für die Eile ist das offenkundige Interesse privater Rettungsdienstanbieter – es geht um rund zehn Millionen Euro. Dies bestätigt ein Anwaltsschreiben im Auftrag der Firma Falck, die mit 16 000 Mitarbeitern nach eigenen Angaben „das größte, private Rettungsdienstunternehmen in Europa“ ist. Sie ist in Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Belgien, der Slowakei und Polen aktiv.” Und Eile ist bekanntlich kein guter Wegbegleiter bei schwierigen Entscheidungen mit Langfrist-Nachwirkung!!

  8. Jörn on Juli 5th, 2012 11:11

    Jetzt ist es amtlich:
    vgl. http://www.lkspn.de/Pressemitteilungen/4625.html/fA==/1341404406 vom 05.07.2012

    Die gesetzliche Frist zur Anfechtung des Ausschrebungsergebnisses durch die unterlegenen Parteien ist verstrichen und die im Landkreis Spree-Neiße Verantwortlichen haben medienwirksam den Vertretern von FALCK ein Exemplar des rechtskräftigen Vertrags übergeben.

    Weiterhin sonnige Grüße aus dem Südwesten unserer Republik

  9. Heftpflaster on Juli 11th, 2012 15:53

    Falck kündigte bereits an, von einem Betriebsübergang nach § 613 BGB nichts wissen zu wollen und den Mitarbeitern neue Arbeitsverträge anzubieten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die bestehnden örtlichen Haustarifverträge sind schon nicht die besten und jetzt bietet Falck auch noch einmal 20% weniger. http://www.lr-online.de/regionen/forst/Rettungsdienstvertrag-fuer-Spree-Neisse-offiziell-unterzeichnet;art1052,3858512

    Ver.di macht bereits Front gegen das Gebaren von Falck.

    http://cottbus.verdi.de/presse/showNews?id=d82f1d32-b641-11e1-54b7-001ec9b03e44

    Auf die Frage von ver.di an den LK SPN, was man denn für die Mitarbeiter unternommen hat, gibt es bis heute keine Antwort vom LK.

  10. Achim on Juli 11th, 2012 21:41

    @Heftpflaster:

    also in dem von dir verlinkten Online Artikel geht die von dir getäigte Behauptung Falck zahle 20% weniger an die Mitarbeiter, nicht hervor. Da steht lediglich das Falck ein 20% günstigeres Angebot abgegeben hat.
    Bezüglich des Betriebsübergangs nach § 613a BGB bitte mal hier genau nachlesen:
    http://dejure.org/gesetze/BGB/613a.html

    vor allem Abs. 1 letzter Satz:”…können die Rechte und Pflichten geändert werden, wenn der Tarifvertrag oder die Betriebsvereinbarung nicht mehr gilt oder bei fehlender beiderseitiger Tarifgebundenheit im Geltungsbereich eines anderen Tarifvertrags dessen Anwendung zwischen dem neuen Inhaber und dem Arbeitnehmer vereinbart wird.”
    Also auch hier bleibt “Spielraum” nach oben wie nach unten, leider.

  11. charlie-zulu on Juli 12th, 2012 08:13

    Hauptsache erst mal negative Stimmung verbreiten..

  12. FMöller on Juli 12th, 2012 08:19

    @Achim:
    Richtig, man spricht nur von einem 20% günstigerem Angebot.

    Nur, wo gibt es entsprechendes Einsparpotenzial? Fahrzeug- und Materialbeschaffungskosten, sowie Betriebsmittel, Reparaturen usw. geben nicht viel her.

    Sparen kann ich bei
    - Gebäude mieten statt kaufen
    - Personalkosten

    Klar muss bei Falck kein “Wasserkopf” wie bei den HiOrg´s mitfinanziert werden, aber auch Falck hat Anteilseigner die “befriedigt” werden möchten.

  13. Tuxen on September 7th, 2012 11:53

    Ein privater RD-Unternehmer betreibt das Geschäft nicht aus Nächstenliebe. HiOrg in Submission (auch kommunale Eigenbetriebe) können keine Überschüsse aus dem RD generieren. Wer so einen Quatsch hier ständig verbreiten will, hat Null-Ahnung! Der so genannte “Wasserkopf” ist eine Stammtischparole, die von ahnungslosen Leuten überbewertet wird, weil man dort etwas hinein impliziert, von dem man glaubt (hofft), es würde schon irgendwie stimmen, weil es ja stimmig ist (schließlich sprechen ja alle in allen Bereichen von diesem “Phänomen”). Die Overheadkosten unseres mittelgroßen RD (ca. 40.000 abrechenbare Einsätze pro Jahr) bewegen sich insgesamt(!) im mittleren sechsstelligen Bereich – die Kosten des Einsatzpersonals liegen bei ca. 7,7 Mio. Da gibt es ja noch viel zu verteilen, wenn der Wasserkopf abgebaut wird…

    Woher soll Falck ein besseres Angebot abgeben und dann auch noch Überschüsse generieren? Hier schreiben viele, das klappt schon irgendwie, die können das schon, wissen aber nicht wie! Ich kann es Euch sagen: Die können zaubern! Eine andere Erklärung kann es nicht geben, wenn das Argument aufrecht erhalten soll, dass Falck das schon irgendwie hinkriegt, ohne dass die Leute dafür bluten müssen!

  14. Stefan on September 7th, 2012 14:07

    @Tuxen:

    “…Ein privater RD-Unternehmer betreibt das Geschäft nicht aus Nächstenliebe…”

    Das ist eine Aussage! Bitte auch einen Beweis für diese! Oder anders herum Beweisen Sie bitte das die Hilfsorganisationen “nur” aus Nächstenliebe handeln und keine wirtschaftlichen Ziele verfolgen! Wie gesagt bitte Beweise keine Aussagen oder Behauptungen.

    Ich behaupte die Hilfsorganisationen handeln nicht mehr und nicht weniger aus wirtschaftlichen oder humanitären Gründen wie ein sog. Privater Rettungsdienst. Weiter behaupte ich daß ein sog. privater Unternehmer im RD mindestens genauso humanitäre Ziele verfolgt wie die Hifsorganisationen, ansonsten würde er sich weit lukrativeren Geschäftsfeldern zuwenden. Und ich behaupte weiter daß die Hilfsorganisationen im Durchschnitt mittlerweile mindestens genau so gut im Personalkosten einsparen (Dumpinglöhne) sind wie so mancher Diskounthändler.
    So das sind meine Behauptungen! Die kann ich aber so auch nicht beweisen. Das ist nur mein subjektiver Eindruck.

  15. Olaf on Dezember 19th, 2012 17:51

    @Tuxen, richtig , genau. Besser hätte es wohl kaum jemand schreiben können.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?