Facebook-Notruf in Adelaide


Adelaide/Australien (rd.de) – Zwei australische Mädchen (10 und 12 Jahre alt) gerieten bei einer „Abenteuererkundung“ in der Kanalisation durch einsetzenden Regen in Not. Statt einen Notruf abzusetzen, machten die Mädchen ein Facebook-Update.

Wie der staatliche Rundfunksender ABC unter Berufung auf die Feuerwehr in Adelaide berichtete, wählten die in Schwierigkeiten geratenen Mädchen nicht etwa den australischen Notruf 000, sondern benutzen die immerhin bestehende Mobilfunkverbindung zur Außenwelt dazu, auf Facebook über ihre lebensgefährliche Lage zu berichten.

Es war ein glücklicher Umstand, dass zu dieser Zeit ein Freund der Beiden online war und die Mitteilung an die Feuerwehr weiterleitete.

Der Zwischenfall hat für Irritationen gesorgt: Zwar wird den Kindern in der Schule beigebracht, wie man einen Notruf absetzt, aber, so schätzt der Medienwissenschaftler Terry Flew von der Queensland University, soziale Netzwerke wie Facebook seien eben inzwischen der gelebte Kommunikationskanal zur Außenwelt.

Die ganze Geschichte der ABC kann man hier nachlesen: www.abc.net.au

4 Responses to “Facebook-Notruf in Adelaide”

  1. Status3 on September 11th, 2009 20:44

    Bei der Meldung bleibt einem wirklich die Spucke weg. Aber gut, das wäre, wenn es schief gegangen wäre, eben natürliche Auslesen gewesen, um es mal makaber zu formulieren. Wer den Notruf kennt ihn aber nicht nutzt hat eben Pech.

  2. thomaswagner on September 14th, 2009 08:02

    Ich kann „Status3″“ nur recht geben. Wer in dem Alter immer noch nicht in der Lage ist abzuschätzen, wann es Zeit ist sich statt Internet-Spielereien darum zu kümmern, möglichst unbeschadet aus einer gefährlichen Situation (in die sich die Betroffenen auch noch selbst gebracht haben) heraus zu kommen, der hat in der Tat Pech gehabt wenn ihm eben dann nicht geholfen wird… Aber vielleicht führt dieser Vorfall jetzt dazu, dass in den Leitstellen ständig ein Mitarbeiter vor dem PC sitzt und Facebook und ähnliches mitlesen muss! (kleine Ironie am Rande)

  3. Mario Gongolsky on September 14th, 2009 10:17

    Vielleicht sollte man an den SchülerVZ- und Facebook-Profilen einen Notruf-Knopf anbringen und solche Messages für die Leitstellen abfiltern?

  4. Status3 on September 14th, 2009 15:41

    Ist der Vorschlag ernst gemeint, Mario Gongolsky? Eine größere und sinnfreiere Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Leitstellen fällt mir wirklich nicht ein. Es gibt Notrufe, die man mit Handy und Festnetztelefon kostenlos absetzen kann. Das reicht vollkommen. Wer ihn nicht nutzt hat Hilfe offenbar doch nicht so nötig.

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