EU-Leihnotärzte am Wochenende


London (rd.de) – In Großbritannien wird die Praxis an Wochenenden ausländische Ärzte für den Rettungsdienst anzuheuern diskutiert. Zugleich kritisiert eine Untersuchungskommission die mangelhafte Qualität in der Traumaversorgung. Wo Standards fehlen, lauert Gefahr.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, ist es nicht ungewöhnlich, dass in Großbritannien fehlende Ärzte für Wochenenddienste aus anderen EU-Ländern angeworben werden. In die Diskussion geriet die Praxis, nachdem ein in Deutschland praktizierender Arzt als Notarztvertretung einen Patienten mit einer heftigen Überdosis Schmerzmittel ins Jenseits beförderte. Der deutsche Arzt wurde von einem hiesigen Gericht zu neun Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.
Die mit der Untersuchung des Falls betrauten Pathologen hinterfragen die Praxis der Notdienstbesetzung hingegen ganz grundsätzlich. Es müssten strengere Prüfkriterien her, um die Qualität der Versorgung durch ausländische Ärzte zu gewährleisten.

Die Diskussion vermengt sich augenblicklich mit der Veröffentlichung einer Studie, die dem britischen Gesundheitswesen schlechte Noten in der Traumaversorgung erteilt. Das National Audit Office rechnet vor, dass die Sterblichkeit nach schweren Unfallverletzungen in Großbritannien rund 20 % höher liegt als in den USA und eigentlich in den letzten 20 Jahren keine Fortschritte erkennbar wären. Besonders in der Nacht und an den Wochenenden sei das Versorgungsniveau inakzeptabel.

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