Erneuter Fall von Titelmissbrauch


Bremen (rd.de) – Zu einer Geldstrafe von 8000 Euro ist ein 44-jähriger Rettungssanitäter aus Süddeutschland wegen Titelmissbrauchs und Urkundenfälschung verurteilt worden. Das Amtsgericht Kempten sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte unrechtmäßig einen Doktortitel geführt hat und mit diesem im Ausland Aus- und Fortbildungen leitete. Es ist innerhalb kürzester Zeit der zweite Fall von Urkundenfälschung im Rettungswesen.

Wie der Deutsche Depeschendienst (ddp) berichtete, leitete der Beschuldigte bis 2006 eine Rettungsdienstschule, ehe er im europäischen Ausland tätig wurde und hier unter anderem Klinikärzte in Notfallpraxis unterrichtete. Erst im Zusammenhang mit einer Buchveröffentlichung flog der Titelmissbrauch auf.

Laut Gericht habe der Angeklagte angegeben, einen Doktortitel der Universität Warschau (Polen) führen zu dürfen. Diese Behauptung hielt einer juristischen Nachprüfung offenbar nicht stand. Das Amtsgericht Kempten verurteilte den Mann deshalb zu 80 Tagessätzen, womit ihm ein Eintrag ins Führungszeugnis erspart bleibt und er nicht als vorbestraft gilt.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?