Erdrutsch bedroht Mehrfamilienhaus


(Foto: Feuerwehr Herdecke)Herdecke (ots) – Gestern wurde der Feuerwehr Herdecke gegen 16.15 Uhr gemeldet, dass in der Attenbergstraße ein Hang teilweise abgerutscht ist. Die Feuerwehr stellte vor Ort fest, dass für ein Mehrfamilienhaus Einsturzgefahr bestand.

Ein Hang in einer Größe von etwa 20 x 20 Metern war auf eine schmale Zufahrt gerutscht. Hierdurch war ein Mehrfamilienhaus massiv bedroht. Der durch das Wegrutschen entstandene „Krater“ brach weiter Richtung Haus weg und gefährdete somit das Gebäude.

Der Einsatzleiter und Leiter der Feuerwehr Hans-Jörg Möller ließ das betroffene Gebäude, welches 1900 erbaut wurde, sofort räumen. Zwei Personen wurden aus dem Gebäude geführt, sowie einige Haustiere (2 Vögel und ein Leguan) durch die Feuerwehr gerettet. Die weiteren Bewohner waren nicht zu Hause und erfuhren im nach hinein vom Einsatz. Im weiteren Einsatzverlauf wurde auch ein in der Nähe befindliches Haus aus Sicherheitsgründen geräumt.

Das betroffene Mehrfamilienhaus wurde durch einen Baustatiker der Stadt Herdecke als deutlich als einsturzgefährdet eingestuft. Das THW bestätigte die Meinung. Parallel begannen Kräfte der Feuerwehr, des THW und Mitarbeiter von privaten Firmen mit der Absicherung des Hangs. Unter Anderem kamen hier massive Steine und Kies aus einem nahen Steinbruch und ein Spezialsand zum Einsatz. Dadurch wurde ein weiteres Abbrechen des Hangs verhindern und einem Einsturz des Hauses vorgebeugt.

Bis in die Nacht gearbeitet. (Foto: Feuerwehr Herdecke)Diese Maßnahme zeigte gegen 20:30 Uhr den ersten Einsatzerfolg, wie zwei anwesende Bodengutachter aus Dortmund bestätigten. Diese hatten im Radio über das Unglück erfahren und hatten unbürokratisch ihre fachliche Meinung vor Ort angeboten. Gegen 22 Uhr wurden tonnenweise Kies und Befestigungsmaterial mit Sattelschleppern zur Einsatzstelle gefahren und mit einem Radlader verfüllt. Die Lage zeigte sich hier deutlich konstanter als am Nachmittag. Besorgniserregend wurde auch die Wetterlage dauerhaft betrachtet. Weiterer Starkregen, wie am Vormittag, würde den positiven Einsatzerfolg minimieren.

Spezialkräfte des THW sicherten mit einem Spezialsystem zudem das Gebäude ab. Diese Sensoren reagieren auf minimale Erschütterungen und Veränderungen am Gebäude und waren somit die Einsatzkräfte vor einem möglichen Totaleinsturz. Weiterhin wurde die Einsatzstelle durch das THW mit mehreren Flutlichtstrahlern und Powermoons ausgeleuchtet.

Die beteiligten Kräfte von Feuerwehr und THW waren bis tief in die Nachtstunden in diesem Einsatz eingebunden. Das Mehrfamilienhaus ist auch in den nächsten Tagen nicht bewohnbar. Die Bürger kamen bei Verwandten unter. Die Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster war an der Einsatzstelle und informierte sich über die Lage. Sie sprach eingehend mit den betroffenen Bürgern und mit den Einsatzkräften von THW und Feuerwehr.

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