Einsatzbilanz der Seenotretter


Der neue "Bootschafter" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Frank Schätzing (li.) im Gespräch mit Gerd Schwips, Vormann des Seenotkreuzers BERNHARD GRUBEN (im Hintergrund). Der Seenotkreuzer wird zur Zeit in der DGzRS-Werft überholt.

Bremen (DGzRS) – Insgesamt ist die Rettungsflotte der DGzRS 2106 Mal im Einsatz gewesen (2010: 2044 Einsätze). Frank Schätzung wird neuer „Bootschafter“ der Seenotretter.

Als neuer ehrenamtlicher „Bootschafter“ des Rettungswerkes konnte der bekannte Schriftsteller und Erfolgsautor Frank Schätzing („Der Schwarm“, „Limit“ …) gewonnen werden. „Ich bewundere die Seenotretter für ihren unerschrockenen, unermüdlichen Einsatz. Er verdient eine gewaltige Flut, mit der sie auch in Zukunft jederzeit auslaufen können, wann immer Menschen in Not sind – eine Flut von Spendengeldern!“

Schätzing löst den renommierten Schauspieler Uwe Friedrichsen ab, der die Arbeit der Seenotretter mit großem Engagement begleitet hat. Der Bestseller-Autor stellte in der DGzRS-Zentrale in Bremen am Dienstag, 17. Januar 2012, die Einsatzzahlen der Rettungsflotte aus dem abgelaufenen Jahr vor:

2011 haben die Besatzungen der 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in Nord- und Ostsee
56 Menschen aus Seenot gerettet;
1267 Menschen aus drohender Gefahr befreit;
453 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen
zum Festland transportiert;
59 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt;
946 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
513 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 3068 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen.

Darüber hinaus war die Seenotleitung Bremen (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC BREMEN) in 225 Seenotfällen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig (2010: 248 Mal).

Zu den Höhepunkten aus Sicht der Seenotretter im vergangenen Jahr zählt die Indienststellung eines neuen 20-Meter-Seenotkreuzers für die Station Büsum. Sandra Carstensen, Frau des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, taufte das Schiff Mitte August auf den Namen Thoeodor Storm. Auch im laufenden Jahr soll die Modernisierung der Rettungsflotte fortgesetzt werden. Für die Station Sassnitz ist ein neuer 36,5 Meter langer Seenotkreuzer vorgesehen. Diese Einheit befindet sich zurzeit auf der Fassmer-Werft an der Unterweser im Bau und soll die dann 34 Jahre alte Wilhekm Kaisen ablösen.

Auf seine letzte und besonders spektakuläre Reise ging im Frühjahr 2011 der ausgemusterte Seenotkreuzer John T. Essberger. Von Fehmarn aus erreichte er über Hamburg, Bremerhaven und den Rhein Ende Mai Speyer. Im dortigen stark frequentierten „Technik Museum“ (ca. 650.000 Besucher pro Jahr) ist er seit September 2011 der Öffentlichkeit als Exponat zugänglich; nicht zuletzt um auch fernab der Küsten für das Seenotrettungswerk zu werben und weitere Förderer für die DGzRS zu gewinnen, deren Arbeit ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen getragen wird und die deshalb auf die Unterstützung der breiten Bevölkerung angewiesen ist.

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