Einsätze mit Tablet & Co. üben


RescueLab_Uebung_580Paderborn (idw) – Wissenschaftler der Universität Paderborn haben kürzlich zusammen mit Projektpartnern ein Konzept und das dazugehörige IT-System entwickelt, um Einsatzübungen umfassend planen, steuern, dokumentieren und analysieren zu können.

„Mit moderner Informationstechnologie haben Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), zum Beispiel Feuerwehr oder Technisches Hilfswerk, heute ganz neue Möglichkeiten, ihre Einsätze zum Schutz und zur Rettung von Menschen zu optimieren. Damit wollen wir sie ausstatten“, erklärt Robin Marterer, der das RescueLab der Universität Paderborn leitet. In enger Kooperation mit Anwendern aus der Praxis wie der Feuerwehr Dortmund und mit Partnern aus der Wirtschaft haben Ingenieure ein Konzept entwickelt, das sowohl stationär als auch mobil in Ausbildungs- und Trainingssituationen angewendet werden kann.

Übungsverlauf in Echtzeit steuern

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Mit einer Software können Ausbilder ihr Übungsszenario erarbeiten und vorbereiten.

Mit einer Software können Ausbilder ihr Übungsszenario erarbeiten und vorbereiten. Sie können zum Beispiel auf einer digitalen Karte Gefahrenschwerpunkte markieren, die Position von Verletztendarstellern definieren und zeitliche Richtwerte vorgeben. Bei der Durchführung der Übung können sie dann den Ablauf in Echtzeit beeinflussen, unter anderem, indem unvorhergesehene Ereignisse ausgelöst werden. Stationäre wie mobile Kameras zeichnen den Übungsverlauf auf. Die Position der Übungsteilnehmer wird per GPS geortet und der Funkverkehr aufgezeichnet. Am Tablet kann der Übungsleiter Beobachtungen direkt durch Kommentare, Fotos oder Videos dokumentieren.

All diese Informationen laufen am Rechner zusammen: Auf einem Zeitstrahl werden die gesammelten Daten in Relation gestellt und bieten die Möglichkeit einer umfassenden Analyse. Positive und negative Aspekte des Übungsverlaufs können direkt erkannt und medienunterstützt diskutiert werden. Wurden zum Beispiel die erwarteten Aktionen durchgeführt und die Richtwerte eingehalten? Konnten die vom Schadenereignis betroffenen Personen gerettet werden?

Umfassender Überblick für Ausbilder

„Bisher wurden Dokumentation und Auswertung solcher Übungen vorwiegend handschriftlich vorgenommen. Unser System ermöglicht Ausbildern jetzt einen umfassenden Überblick vor, während und nach der Übung. Das hilft ihnen, ihre Einsatzkonzepte zu verbessern“, sagt Robin Marterer.

Die Projektergebnisse wurden zuletzt anhand einer groß angelegten Übung der Feuerwehr Dortmund in einem U-Bahnhof erprobt. Die Übung wurde gemeinsam vorbereitet, und RescueLab konnte in der schwierigen Infrastruktur erfolgreich getestet werden. Die Auswertungsergebnisse stellten bei den Nachbesprechungen zur Übung einen direkten Mehrwert für die Einsatzkräfte dar, teilte die Uni Paderborn mit.

(08.03.2016; Fotos: RescueLab/Uni Paderborn)

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