Einheitlicher Jugendfreiwilligendienst notwendig


München (BRK) – Nach Einschätzung der bayerischen Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände können die Leistungen des heutigen Zivildienstes nicht allein vom Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) aufgefangen werden. Schließlich muss ein attraktiver Jugendfreiwilligendienst an die Stelle des Zivildienstes treten.

Ein gleichberechtigtes Nebeneinander des FSJ und eines freiwilligen Zivildienstes halten die Verbände kurzfristig für erforderlich, mittelfristig müsse es einen neuen, einheitlichen und attraktiven Jugendfreiwilligendienst geben. Darauf haben sich Vertreter der Arbeiterwohlfahrt (AWO), des Arbeiter Samariter Bund (ASB), des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Caritas, der Diakonie, des Malteser Hilfsdienstes (MHD) und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nach eingehenden Beratungen verständigt.

Der Initiator der gemeinsamen Stellungnahme der Verbände, BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk: „Die Hilfsorganisationen  und Wohlfahrtsverbände plädieren in einem Positionspapier eindringlich für einen freiwilligen Zivildienst“. Dabei weicht das Modell der Verbände in einigen Punkten von dem Konzept der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder für einen freiwilligen Zivildienstes ab: “Das Modell der bayerischen Verbände  soll sich schwerpunktmäßig auf die Gewinnung von jungen Frauen und Männern für Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen und in Institutionen der Gefahrenabwehr und des Bevölkerungsschutzes ausrichten“, erklärt Stärk. Einer Erweiterung auf die Altersgruppe der 28-65-Jährigen stehen die Verbände aus arbeitsmarktpolitischen Gründen kritisch gegenüber. Auch einen vollständig staatlich gelenkten Zivildienst lehnen die Organisationen ab.

Der neue Freiwilligendienst soll Wartezeiten bei der Studienplatzvergabe verkürzen und zu einer Bevorzugung bei der Vergabe von Stipendien oder Ausbildungsstellen führen. Daneben fordern die Verbände eine vernünftige finanzielle Ausstattung des freiwilligen Zivildienstes und des Freiwillige Sozialen Jahr. Vor allem für die Bereiche Sozialarbeit und die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen soll das FSJ erhalten bleiben.

One Response to “Einheitlicher Jugendfreiwilligendienst notwendig”

  1. Poldi on Oktober 16th, 2010 12:36

    Die Wohlfahrtsmultis lassen nichts unversucht, um billige Arbeitskräfte zu rekrutieren. Es ist an der Zeit diesem Treiben Einhalt zu gebieten, denn diese billigen Arbeitskräfte verzerren den Wettbewerb und verhindern die Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen. Arbeitsdienst war im 3. Reich und das sollte eigentlich vorbei sein. Wenn die Wohlfahrtsmutis nicht in der Lage sind, ihre Dienstleistungen mit festangestellten und vor allem entsprechend entlohnten Personal zu erbringen, dann sollten sie ihrer Geschäftsfelder reduzieren und sich auf ihre „ureigensten Aufgaben“ konzentrieren. Ein Freiwilligen-Dienst zum vor allem finanziellen Wohle der Wohlfahrtsverbände ist abzulehen. Sonst wird es gerade im Rettungsdienst immer so weitergehen mit Löhnen von denen keiner mehr leben kann und eine Berufsbild wird weiterhin von DRK-BRK und Co. torpediert. Wacht endlich auf in diesem Land.

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