Eine TIA gehört in die Stroke-Unit


Siegen (idw) – Patienten mit vorübergehenden neurologischen Ausfallerscheinungen – so genannte TIA – sollten sofort an einer Stroke Unit behandelt werden.

Das schnelle Eingreifen verringert drastisch die Häufigkeit weiterer Schlaganfälle um 80 Prozent. Hierdurch verkürzt sich die durchschnittliche Liegezeit im Krankenhaus auf ein Drittel, die Klinikkosten sinken um 60 Prozent. Mit diesen eindrucksvollen Effekten überzeugt jetzt die Studie einer englischen Forschergruppe in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift The Lancet Neurology.

Die britische Studie hat den möglichen Nutzen schneller Maßnahmen in einer großen Untersuchung gemessen. Verglichen wurde inder EXPRESS-Studie (Early use of eXisting PREventive Strategies for Stroke) das Schicksal von annähernd 600 Patienten in der englischen Grafschaft Oxfordshire, bei denen der Hausarzt eine mögliche TIA oder einen kleinen Schlaganfall festgestellt hatte und die deshalb an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen wurden.

„Diese Untersuchung ist ein weiterer eindrucksvoller Beleg dafür, wie wichtig eine notfallmäßige Versorgung auch von TIA-Patienten ist – sowohl für das Wohl der Patienten, als auch für die Kosten in der Versorgung“, kommentiert Professor Dr. med. Martin Grond von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen diese wichtige Studie.

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