Düsseldorfer Infarktversorgung überdurchschnittlich


EKG-Ableitung im RTW, Bild AOK Bundesverband)Düsseldorf (rd.de) – Die Disskussionen um eine unzureichende Infarktversorgung in der NRW-Landeshauptstadt rief den Rat der Stadt Düsseldorf auf den Plan. Das Gesundheitsamt widerlegt die Zahlen des statistischen Landesamtes, auf denen die Presseberichte basierten.

Die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen im Rat der Stadt Düsseldorf, wollte von Gesundheitsamt erfahren, was die Stadt tun kann, um die angeblich erhöhte Infarktsterblichkeit in Düsseldorf zu senken. Die Antwort ist überraschend.

Alarmiert von der Berichterstattung der Rheinischen Post über eine über dem Landesdurchschnitt liegenden Sterblichkeitsrate von Bürgern die einen Herzinfarkt erleiden, wertete das Gesundheitsamt die Totenscheine aus den Jahren 2005 bos 2007 aus. Während das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (LDS) für Düsseldorf 2006 absolut 699 Infarkttote zählte, kommt das Gesundheitsamt lediglich auf 309. Demnach liegt die Sterbequote bei 54 Personen auf 100.000 Einwohner und damit weit unter dem Landesdurchschnitt von 78 Infarktoten pro 100.000 Einwohnern.

Auch an der versorgungsstruktur in Düsseldorf mit 10 Krankenhäusern der Grundversorgung und sieben PTCA-Plätzen sei überdurchschnittlich gut. Auch das rettungsdienstliche Versorgungsschema bei Herzinfarkten entspricht mit Heparin, Acetylsalicylsäure, bedarfsgemäßer Schmerzmittel-Therapie und Betablockergabe den aktuellen Erkenntnissen. Die Rettungswagen verfügen durchgehend über ein 12-Kanal-EKG und biphasischem Defibrillator.

In städtischen Gebäuden sind derzeit 29 Frühdefibrillatoren installiert, wobei 50 Geräte geplant sind.

Eine weitere Reduzierung der Zahl der Herzinfarkttoten kann aus Sicht der Verwaltung nur erreicht werden, wenn es gelingt, durch eine geeignete Aufklärung, Patienten dazu zu bringen, bereits bei den Erstsymptomen eines Herzinfarktes die Notfallnummer 112 zu wählen und damit den Rettungsdienst frühzeitig zu alarmieren. Nach aktuellen Erhebungen sollen in der Bundesrepublik zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und dem Hilferuf durchschnittlich etwa 4 Stunden vergehen.

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(Foto: AOK Bundesverband)

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