Druckkammerzentren fordern sichere Notfallversorgung


Transtein (pm) – Der Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD e.V.), die Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) sowie die deutschen Tauchsport- und Versicherungsverbände machen mit Unterschriftenaktion auf fehlenden staatlichen Versorgungsauftrag und ungesicherte Finanzierung aufmerksam.

Die Verbände kritisieren, dass hierzulande eine optimale Notfallversorgung beim Tauchunfall keineswegs rund um die Uhr und auf kurzem Wege gewährleistet ist. Auch die Kostenfrage ist insbesondere für gesetzlich Versicherte unzureichend geregelt. Dies bremst den schnellen Einsatz der hoch wirksamen, als internationaler Standard anerkannten Hyperbaren Sauerstofftherapie, (HBO), bei der Behandlung eines Tauchunfalls, der Dekompressionskrankheit (DCS), aber auch bei anderen Notfallindikationen wie Rauchgas- und Kohlenmonoxid-Vergiftungen.

Gegen diesen Leben gefährdenden Missstand mobilisieren der Verband Deutscher Druckkammerzentren (VDD e.V.), Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM e.V.) sowie die deutschen Tauchsport- und Versicherungsverbände VDST, IDA, aquamed und DAN Europe mit einer Unterschriftenaktion auf der boot 2012 in Düsseldorf. Auch die DLRG hat sich der Aktion angeschlossen. Sie fordern eine gesicherte stationäre wie ambulante Notfallversorgung, die ebenso rasch erfolgen muss wie im benachbarten Ausland und auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird.

„Ein Tauchunfall muss in Deutschland wie alle anderen Sportunfälle entsprechend richtig behandelt werden“, fordert Dr. med. Christian Heiden, Vorstand des VDD e.V. „Wir hatten im vergangenen Jahr Sterbefälle, weil keine betriebsbereite Druckkammer in Reichweite war.“ Denn im konkreten Notfall steht es um den Einsatz der HBO bei Tauchunfall und CO-Intoxikation sehr schlecht. Eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen entfällt im Notfall bei einer Behandlung durch das nächstgelegene Druckkammerzentrum ohne Klinikanbindung. „Allerdings ist die Kostenübernahme durch die Kassen selbst bei einer stationären Krankenhausbehandlung völlig ungeklärt“, so Heiden.

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