DRK informiert über Lebensmittelsicherheit


Balingen (DRK) – Der DRK-Kreisverband Zollernalb bietet in Kooperation mit dem Landratsamt Zollernalb Schulungen in Fragen der Lebensmittelsicherheit an. Insbesondere die Vereine sollen vor den vielen Festen zur Sommerzeit geschult werden.

Noroviren im Salatbuffet oder Salmonellen in der Sahnetorte – so könnten die Überschriften eines Zeitungsartikels über ein trauriges Ende eines Vereinsfestes oder eines Gaststättentages lauten. Solche krankheitsbringenden Mikroorganismen lauern überall und gelangen häufig an Lebensmittel. Sind sie durch mangelnde Sorgfalt einmal dorthin gelangt, vermehren sie sich in Windeseile und führen nicht nur zu lästigen Erkrankungen, sondern können – vor allem bei geschwächten Menschen – sogar zum Tode führen.

Meistens ist nicht Leichtsinn oder eine höhere Gewalt die Ursache einer Lebensmittelvergiftung, sondern schlichtweg Unwissenheit über den sachgerechten Umgang mit Lebensmitteln. Eine Unwissenheit, die den Verbraucher unter Umständen das Leben und den Vertreiber der Lebensmittel – egal ob gewerblich oder ehrenamtlich – die Freiheit und/oder etliche hunderttausend Euro Schadensersatz kosten kann. Dabei spielt es nach dem seit 2005 gültigen Lebensmittelrecht keine Rolle mehr, ob der Vertreiber der Lebensmittel ein Gewerbebetrieb, also z.B. eine Gaststätte,  oder ein ehrenamtlich organisierter Verein ist, ob die Abgabe entgeltlich oder unentgeltlich erfolgte. Sogar Vereins interne Feiern unterliegen dem strengen Regiment des Lebensmittelrechts, auch wenn „nur“ Vereinsmitglieder von der Lebensmittelvergiftung betroffen waren.

Seit dem Jahr 2005 besteht die vollständige Eigenverantwortung des Vertreibers von Lebensmitteln. Reichte es früher aus, wenn man die Vorgaben z.B. der Lebensmittelhygieneverordnung beachtete, so sind solche Vorgaben aus Sicht des Gesetzgebers heute höchstens noch als Mindestanforderungen an die Sorgfalt des z.B. Küchenpersonals anzusehen.

Darüber hinaus erwartet der Gesetzgeber nunmehr, dass sich jeder Vertreiber von Lebensmitteln darüber hinaus eigenständig Gedanken macht, wie er das Risiko einer Lebensmittelvergiftung minimieren kann. Erwartet wird also neben dem Wissen um die gesetzlich vorgegebenen Mindestanforderungen auch die Fähigkeit, regelmäßig bei z.B. Kochvorgängen, eine Risikoanalyse durchführen zu können.

Woher man als Vereinsangehöriger, Gastwirt oder Mitwirkender in der Schülerverpflegung solche Dinge wissen soll? Dazu macht der Gesetzgeber in den neuen Vorschriften eingehende Vorgaben: er fordert von den Verantwortlichen, dass sie ihrem Personal eine sachgerechte und ausreichende Schulung in Lebensmittelsicherheit zukommen lassen müssen – und wenn sie es selbst nicht können, dann müssen sie eben auf externe Schulungsangebote zurückgreifen.

Da eine Unterlassung solcher Schulungen grob fahrlässig sein und damit zum Verlust des Versicherungsschutzes führen kann, hat das Rote Kreuz im Zollernalbkreis für seine DRK-Gliederungen eine Schulung vorgeschrieben. Diese Schulung durch Instruktoren bietet das Rote Kreuz nun auch der interessierten Öffentlichkeit an. Die Instruktoren können auch die so genannte „Zweitbelehrung“ nach dem Infektionsschutzgesetz wahrnehmen, die Erstbelehrung ist Sache des Landratsamtes.

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