DRK drängt auf Details zum Freiwilligendienst


Berlin (DRK) – Im Vorfeld einer Veranstaltung von Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder mit Vertretern aus Verbänden, Wirtschaft und Politik zum Bundesfreiwilligendienst äußert Rotkreuz-Präsident Dr. Rudolf Seiters die Hoffnung, dass baldmöglichst konkrete Strukturen zum neuen Freiwilligendienst geschaffen werden

„In zwei, drei Monaten rechnen wir mit den ersten Bewerbern – und im Moment gibt es zum Bundesfreiwilligendienst noch viele offene Fragen“, moniert Seiters. „Wir brauchen starke Zentralstellen bei den Trägerverbänden wie dem Roten Kreuz, die den Dienst einführen, etablieren und die Qualität des Angebots sicherstellen. Interessierte müssen sich schnell und unbürokratisch bewerben können – und sicher sein, dass vor Ort individuell auf ihre Bedürfnisse und Lebenssituationen eingegangen wird. Nur so wird der Bundesfreiwilligendienst zu einer sinnvollen Lern- und Orientierungszeit. Zudem brauchen wir eine schlagkräftige Werbekampagne der Bundesregierung, um Frauen und Männer aus allen Altersstufen, mit und ohne Migrationshintergrund, für das Engagement zu begeistern.“

Das Deutsche Rote Kreuz bietet jährlich 10.200 Plätze des bereits bestehenden Freiwilligen Sozialen Jahres an und 200 Plätze in internationalen Freiwilligendiensten. Damit ist das Deutsche Rote Kreuz bundesweit größter Anbieter von Freiwilligendiensten. Bis zum letzten Jahr hatte das DRK darüber hinaus rund 9.000 Zivildienstleistende. Das Deutsche Rote Kreuz bereitet sich aktuell darauf vor, ab 1. Juli 2011 10.000 Plätze im neuen Bundesfreiwilligendienst anzubieten. Durch die Aussetzung des Wehrdienstes 2011 wird auch der bisherige Zivildienst wegfallen.

5 Responses to “DRK drängt auf Details zum Freiwilligendienst”

  1. Poldi on Januar 25th, 2011 12:38

    Aufgabe der Politik ist primär die Schaffung von Arbeitsplätzen mit einem Einkommen, dass zum Leben reicht und nicht die Schaffung von Freiwilligenjobs, die regelhafte Arbeitsplätze vernichten, aber dem DRK zur Geldvermehrung dienen.

  2. thomaswagner on Januar 26th, 2011 10:02

    @Poldi: Absolut korrekt. Grundvoraussetzung ist aber dann auch die entsprechende Eingrenzung von Einsatzmöglichkeiten, d.h. kein Einsatz im RD.
    Ich denke allerdings dass sich das Problem eher von selbst lösen wird, da ich nicht glaube, dass bei den derzeit bekannten Vorstellungen, insbesondere ohne Anrechenbarkeit auf Ausbildung oder Studium und gerade mal einem Taschengeld als Entschädigung, sich viele Interessenten finden lassen.

  3. locco on Januar 26th, 2011 13:20

    Bundesfreiwilligendienst? Was für ein Irrsinn! Abschaffung der Wehrpflicht, ja! Aussetzen einer Zivildienstpflicht: Nein! Zivildienst für alle Bundesbürger (männlich und weiblich) ab 18 Jahren.

    Wenn, dann sollte der Bundesfreiwilligendienst nur für soziale Dienste Anwendung finden. Im Rettungsdienst und Krankentransport haben die jungen Leute auf dieser Basis nichts zu suchen.

  4. charlie-zulu on Januar 26th, 2011 19:16

    Wieso ist unbedingt ein Zwangsdienst notwendig?

  5. locco on Januar 27th, 2011 13:38

    Ich bin der Meinung, dass jeder junge Mensch einen Teil seines Lebens der Gesellschaft geben sollte. Die Zivildienste fördern soziale Kompetenzen sowie Mitgefühl für und sensibilität im Umgang mit Menschen die unter einem Handycap leiden.

    Ohne die Pflicht würde der Großteil der jungen Menschen wahrscheinlich eher der Karriere widmen.

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