DRF Luftrettung verleiht erstmals Forschungspreis


Regensburg (DRF) – Am 11. und 12. Mai findet in Regensburg die 11. Medizinische Jahrestagung der DRF Luftrettung statt. Erstmals wird dort der Forschungspreis der DRF Luftrettung verliehen, den der medizinisch-wissenschaftliche Beirat im vergangenen Jahr ausgelobt hatte. Ziel ist es, Impulse für die Intensiv- und Notfallmedizin zu setzen.

Den mit 5.000 Euro dotierten Preis erhält der am Universitätsklinikum Kiel tätige Anästhesist Dr. Erol Cavus für seine Veröffentlichung zur Video-Laryngoskopie im präklinischen Einsatz. Seine Untersuchung, die den medizinisch-wissenschaftlichen Beirat der DRF Luftrettung am meisten überzeugte, basiert auf einer Studie an vier Luftrettungsstationen. Ausschlaggebend war neben der medizinischen Aktualität unter anderem der Praxisbezug: Gemäß wissenschaftlicher Studien liegt die Fehlintubationsrate in der Präklinik bei ca. sieben Prozent, so dass nach Möglichkeiten gesucht wird, diese Rate zu senken. Dr. Cavus zeigt in seiner Arbeit die Vorteile einer portablen Intubationshilfe auf, die dem Anwender über eine im Spatel integrierte Videokamera die direkte Sicht auf den Kehlkopf ermöglicht.

Wie praktikabel ist die Video-Laryngoskopie zur Sicherung der Atemwege? Welche Vorteile bietet das Instrument für den Notarzt am Einsatzort sowie für den Patienten? Der Preisträger stellt seine Arbeit am 11. Mai den in Regensburg anwesenden Notärzten und Rettungsassistenten vor. Im Anschluss besteht die Möglichkeit der Diskussion. Da die DRF Luftrettung an einigen Hubschrauberstationen dieses Verfahren bereits testweise eingesetzt hat, können sich die Teilnehmer anschließend über ihre Erfahrungen und Anwendungsmöglichkeiten in der Luftrettung austauschen.

Ein weiterer Themenschwerpunkt der zweitägigen Veranstaltung ist die Traumaversorgung vor dem Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Leitlinien. Der Vortrag „Echokardiographie als Wegweiser in der Peri-Reanimation“ beschäftigt sich damit, wie Ultraschall beispielsweise schon während der Wiederbelebung zur Herzuntersuchung eingesetzt werden kann. Interessant ist dies für die Luftretter insbesondere vor dem Hintergrund, dass die DRF Luftrettung seit 2011 an einigen Stationen bereits ein mobiles Ultraschallgerät einsetzt, das die Herzkammern darstellen kann.

Anschließend referiert Prof. Dr. Christian Krettek, Direktor der Klinik für Unfall -und Wiederherstellungschirurgie der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) über eine aktuelle Leitlinie zur Versorgung schwerverletzter Patienten.

Wie lassen sich schwere Blutungen schon am Einsatzort stillen? Welche Medikamente und Infusionen sollen verabreicht werden? Machen Medikamente wie Tranexamsäure oder Hämostyptika, die im Schockraum verabreicht werden, auch für eine Anwendung in der Präklinik Sinn? Diesen Fragen gehen die Anästhesisten, Dr. Mark Frank (Universitätsklinikum Dresden), PD Dr. Erik Popp (Universitätsklinikum Heidelberg) und Dr. Björn Hoßfeld (Bundeswehrkrankenhaus Ulm) jeweils in ihren Vorträgen nach.

„Bei den Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Traumapatienten gibt es immer wieder neue Entwicklungen. Deshalb haben wir das Themenfeld auf die Agenda unserer Jahrestagung gesetzt. Außerdem sind die medizinischen Besatzungen der DRF Luftrettung im täglichen Einsatzalltag mit einem hohen Anteil von Traumapatienten konfrontiert: Ob nach Verkehrs- Arbeits- oder Freizeitunfall, bei über 30 Prozent der Notfalleinsätze leisten wir Traumapatienten schnelle medizinische Hilfe“, erläutert Dr. Jörg Braun, Ärztlicher Leiter der DRF Luftrettung. Den Abschluss der Tagung bilden am 12. Mai 2012 die beiden Themenblöcke „Ethische Aspekte in der Luftrettung“ und „Medizinisches Qualitätsmanagement“.

One Response to “DRF Luftrettung verleiht erstmals Forschungspreis”

  1. Jens Kramer on Mai 13th, 2012 00:19

    Eine sehr schöne Veranstaltung, Glückwunsch an meinen alten Freund Erol Cavus!

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