DRF Luftrettung führte 33 Team-Trainings durch


Filderstadt (pm) – Rund 700 Teilnehmer hat die DRF Luftrettung im Jahr 2011 in ihren medizinischen Fortbildungen geschult. Das breite Fortbildungsangebot nutzten neben den Notärzten und Rettungsassistenten der DRF Luftrettung auch rund 200 externe Teilnehmer, wie beispielsweise medizinisches Personal aus Kliniken oder von Hilfsorganisationen.

Auch 2012 sind die simulatorbasierten Teamtrainings, die mobile Sonographie, das Traumamanagement, die Technische Rettung sowie der Intensivtransport feste Bestandteile des Fortbildungsprogramms.

Allein 13 simulatorbasierte Teamtrainings wurden im vergangenen Jahr dezentral an den Hubschrauberstationen, in Kliniken (Schockraum oder Intensivstation) oder im Ambulanzflugbereich durchgeführt: Hierbei trainierten die Einsatzkräfte realitätsnahe Notfallszenarien an High-Tech-Simulationspuppen. „Unser dezentrales Fortbildungskonzept hat den Vorteil, dass die Einsatzkräfte miteinander üben können, die auch bei echten Notfällen zusammen im Einsatz sind. Wir wollen eine möglichst durchgängige Schulung der Besatzungsteams an unseren Stationen erreichen. 70 Prozent unserer Teams haben bis heute ein simulatorbasiertes Teamtraining absolviert. Außerdem findet unser Fortbildungsprogramm auch in Fachkreisen großen Anklang – unsere externen Teilnehmer schätzen das hohe Qualitätsniveau der Kurse und den nachhaltigen Lerneffekt,“ erläutert Dr. Gerson Conrad, Medizinischer Ausbildungsleiter der DRF Luftrettung.

Die Fortbildungsstrategie der DRF Luftrettung zielt verstärkt auf die Schnittstellen ab, die sich in der Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdiensten und Kliniken ergeben. Im vergangenen Jahr hat die DRF Luftrettung beispielsweise erstmals ein simulatorbasiertes Teamtraining auf der Intensivstation am Klinikum Ludwigsburg durchgeführt: Hierbei trainierten die Stuttgarter Luftretter gemeinsam mit dem medizinischen Klinikpersonal die Übernahme bzw. Übergabe eines Patienten auf der Intensivstation und den Transport von einer kleineren in eine größere Klinik.

„Oberstes Ziel ist es, die größte Fehlerquelle in der Medizin, den ‚Human Factor’, sichtbar zu machen und voneinander zu lernen. Die praxisorientierten Teamtrainings sollen erreichen, dass auch unter Zeitdruck und unter psychischer Belastung die höchstmögliche Sicherheit für die Patienten gewährleistet ist,“ erläutert Dr. Gerson Conrad.

Breites Fortbildungsangebot

Eine Neuerung gab es im Bereich der präklinischen Sonographie: Im Juli fand in Friedrichshafen das erste Training mit dem neuen mobilen Ultraschallgerät Vscan statt, das die Notärzte einsetzen, um beispielsweise bei einem schweren Unfall am Einsatzort zu erkennen, ob ein Patient innere Blutungen erlitten hat. 2012 werden zusätzlich zweitägige Fortbildungen in Kooperation mit der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V.) angeboten.

Eine weitere Neuheit in 2011 war der erste Technische Rettungskurs in Göttingen: In enger Kooperation mit Feuerwehr, Polizei und Herstellern der Hydrauliktechnik trainierten die Teilnehmer vor Ort verschiedene realitätsnahe Szenarien mit Hilfe von Komparsen und SIM-Puppen. Sie versorgten eingeklemmte, verletzte „Patienten“ und retteten sie beispielsweise aus einem Autowrack. Drei weitere Termine sind für 2012 geplant.

Um dem hohen Anteil der zu versorgenden Traumapatienten Rechnung zu tragen, haben für vier Stationen der DRF Luftrettung außerdem im Jahr 2011 PHTLS-Kurse stattgefunden: Pre-Hospital Trauma Life Support (PHTLS) ist ein zweitägiges Ausbildungsprogramm, das die Teilnehmer in Hinblick auf eine schnelle Erkennung und Behandlung von schwerverletzten Patienten (Traumapatienten) fortbildet. Die Kursanzahl wird die DRF Luftrettung im Jahr 2012 auf sechs Termine erhöhen.

Weiterer Baustein im Weiterbildungsprogramm ist der nach DIVI* (Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin) anerkannte Intensivtransportkurs. Im Oktober konnte die Intensivtransport-Weiterbildung erstmals bei der zur DRF Luftrettung gehörenden ARA-Flugrettungs GmbH in Reutte stattfinden. Um die Übergabe/Übernahme- Szenarien noch realistischer zu trainieren, werden neben den Hubschrauber- und Ambulanzflugstationen weiterhin zusätzliche Stationen wie z.B. eine Übernahme auf Intensivstation mit Intensivbett, Perfusoren und anderen medizintechnischen Geräten angeboten.

Die HCM-Jahresfortbildungen für die Rettungsassistenten (HEMS Crew Member), in 2011 sechs an der Zahl, werden 2012 auf acht Veranstaltungen aufgestockt. Topthemen werden die Pädiatrie und Krisenintervention sein, um nur einige Themenbereiche zu benennen.

„Unsere Fortbildungsangebote greifen ineinander und bilden somit ein integratives Ausbildungskonzept, in dem Skills, also neue Handlungsstrategien, geübt und dann beispielsweise im Teamtraining unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden. Wir werden unsere erfolgreichen Konzepte auch im nächsten Jahr fortsetzen,“ resümiert Dr. Gerson Conrad.

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