DLRG will Wasserrettung im Zivilschutz verankert sehen


Bad Nenndorf/Nürburg (ots) – DLRG-Präsident Dr. Klaus Wilkens forderte auf der Bundestagung, die Wasserrettung in den Katalog des Zivil- und Bevölkerungsschutzes aufzunehmen.

Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der DLRG bewahrten in den letzten 60 Jahren durchschnittlich 1.000 Menschen pro Jahr. Hinzu kommen nach Angaben der DLRG eine noch viel größere Anzahl von Hilfeleistungen und sanitätsdienstliche Versorgungen, insbesondere für den Wassersport, Touristen und Badegäste.

Im Beisein von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière kritisierte der DLRG-Präsident am Wochenende: In der Vergangenheit haben die Bundesregierungen bei der Mittelvergabe gegenüber der DLRG äußerste Zurückhaltung geübt. „Unsere Forderung lautet: Die Wasserrettung gehört unzweifelhaft in den Katalog des Zivil- und Bevölkerungsschutzes hinein“. Als sichtbare Folgen des Klimawandels ereignen sich auch in Mitteleuropa in immer kürzen Zyklen gravierende Fälle von großflächigen Überflutungs- und Strömungsschäden.

Die Zukunftsprognosen lassen noch stärkere Überschwemmungen erwarten, die die für den Katastrophenschutz vorgehaltenen Kräfte überfordern werden. „Es bedarf daher hier gesetzlicher Anpassungen, die vom Bund und den Ländern einzuleiten sind und zudem eine sachgerechte Berücksichtigung der DLRG in einem neuen Zivilschutzkonzept“, so Dr. Wilkens weiter.

In seinem ersten öffentlichen Auftritt als Bundesinnenminister in der Eröffnungsveranstaltung der DLRG Bundestagung sagte Thomas de Maizière: „Ich finde es wichtig, dass ich meinen ersten Auftritt bei der DLRG, einem wichtigen Mitglied der Zivilgesellschaft mache. Die DLRG zeigt, dass es Wege gibt, Ehrenamt attraktiv zu machen. Man darf laut und deutlich sagen, Ehrenamt macht Spaß. Das ist beste Werbung für den Nachwuchs. Ehrenamtliche Helfer wie die DLRG der DLRG bilden das Rückgrad der Gesellschaft“.

Als erfreulich bezeichnete der DLRG Präsident, dass die negative Bevölkerungsentwicklung die Lebensretter noch nicht getroffen hat. Mit einem Anteil von 63 Prozent Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist der 96 Jahre zählende Verband auch heute noch eine sehr junge Organisation. „Zur negativen Bevölkerungsentwicklung kommen aber weitere kritische Faktoren wie die Bäderschließungen, rückläufige Schwimmausbildung in der heutigen Schülergeneration sowie die ehrenamtliche Vereinsverwaltung belastende Gesetze und Vorschriften hinzu“, kritisierte Wilkens politische und gesellschaftliche Entwicklungen der letzten Jahre.

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