Digitalfunk besteht Praxistest


(Foto: BRK)Eching (BRK) – Beim Sonnenrotfestival in Eching, Landkreis Freising, wurden zum ersten Mal im Freistaat Bayern neue Digitalfunkgeräte eingesetzt. Die Erfahrungen mit dem neuen Funk waren positiv.

Noch geht der Ausbau des digitalen BOS-Funks schleppend voran und nicht allerorten kann der neuen Funk schon getestet werden. Umso glücklicher waren die Rotkreuzmitglieder jetzt im Landkreis Freising und in der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes.  Landesgeschäftsführer Dieter Deinert: „Ich freue mich sehr über den ersten und erfolgreichen, realen Feldversuch in Bayern.“ Auch Martin Bengler, Kreisbereitschaftsleiter beim BRK, ist von der neuen Technik angetan: „Die Sprachqualität ist absolut überzeugend. Das Gespräch baut sich schnell auf, das bisher übliche Rauschen entfällt. Problemlos können Gruppen mit vielen Teilnehmern zusammengeschaltet werden“ Besonders überzeugt hat Martin Bengler bei dem lautstarken Festival in Eching, dass sich mit den neuen Digitalfunkgeräten auch die alles übertönende Musik des Festivals, herausgefiltert wurde.

Im Vorfeld waren die rund 50  Einsatzkräfte des Sanitätsdienstes, des Rettungsdienstes und die Helfer der Wasserwacht Bayern, die bei dem Festival im Einsatz waren, in die neue Technik eingewiesen worden. „Das ging ganz unkompliziert. Auf der E-Learning Plattform des BRK wurde die Schulung online eingestellt.“, erklärt Matthias Hübner von der Fach- und Führungskräfte Qualifikationsabteilung der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Roten Kreuzes. „Die Einführung vor Ort ließ sich dann problemlos innerhalb von drei Stunden mit den vorerst geliehenen neuen Digitalfunkgeräten bewältigen.“

8 Responses to “Digitalfunk besteht Praxistest”

  1. Henning R. on August 17th, 2011 19:53

    Es wäre interessant zu wissen ob im TMO (Netzmodus) oder DMO (DIrektmodus) gefunkt wurde..

  2. Manuel on August 18th, 2011 11:35

    Dürfte wohl überwiegend im Nahbereich gefunkt worden sein, sprich in einem relativ sehr engen Umkreis. Im Nahbereich gehen alle Funkverfahren gleich gut.

    „Gute Digitalfunkgesprächsqualität“:

    Nur solange guter Empfang vorherrscht Digitalfunk braucht bessere effekt. Feldstärken als Analogfunk. Bei schlechten Empfang bricht die Digitalfunkverbindung OHNE Vorwarnung ab, bzw. kommt erst gar nicht zustande. Evtl. Analogfunk-Rauscheinbrüche kündigen erstens schlechten Empfang an, somit also sofortiger Standortwechsel problemlos möglich. Ausserdem ist trotz Rauscheinbrüchen normalerweise der Gesprächspartner durchaus noch verständlich.

    „Problemlos können Gruppen mit vielen Teilnehmern zusammengeschaltet werden“

    …wobei aber jeweils nur ein Teilnehmer zugleich sprechen kann. Deswegen also kein absolutes Novum an sich, im Analogfunkvergleich.

    „…auch die alles übertönende Musik des Festivals, herausgefiltert wurde“.

    Lässt sich auch mit entspr. Analogfunkgeräten bzw. der entspr. Sprechgarnitur realisieren. Auch das also kein grundsätzliches Novum im Analogfunkvergleich.

    Somit also gelinde gesagt, reichlich weit hergeholt „der Digitalfunk besteht den Praxistest“.

  3. Blacky on August 19th, 2011 11:35

    Alle BOS, also auch die HiOrgs, sollten sich praktisch mit den Möglichkeiten des Digitalfunks z.B. bei Wachdiensten, SAN-Betreuung von Vernstaltungen, Feeling bei Verwendung in Einsatzeinheiten, Lokale Unterstützung bei Rettungsdienstabläufen, etc. beschäftigen.
    Das es mit dem Wirknetz (TMO) flächendeckend (!) noch etwas dauern wird; reicht zunächst ein DMO-Betrieb mit Augenmaß (nach realistischer IuK-abschätzung des Einsatzareals bzw. lokale Topologie) aus.

    Weil die derzeit etablierte BOS-TETRA-Technik der Taktik folgen muss; sind eigene objektive Einschätzungen, und mögen sie am Anfang noch so marginal sein, unverzichtbar, um die eigene Aufgabenstellung sinnvoll zu stützten.
    Lieber der Rückgriff nur auf wenige Features, die sich zum Teil für die Bediener völlig anders darstellen wie im heutigen Analogfunk; die dann aber konsequent trainiert und sicher unter Druck im Einsatz angewendet werden.

    Auc die Polizeien der Länder müssen hier auf Grundlage einer gemeinsam genutzen Infrastruktur komplett umdenken; besonders bei der taktisch neu zu konzipierenden Führungsunterstützung. Hier betreten alle BOS Neuland!

    TETRA ist weder ein spezielles BOS-Mobilfunkhandy, noch eine Fortsetzung des Analogfunk mit anderen Mitteln. Allerdings wird sich eine ablauforganisatorische unangemessene Vorbereitung auf künftige Einsatzszenarien, wie sie heute leider immer noch wahrgenommen wird, demnächst unter Digitalfunkaspekten fatal auswirken.
    Aus das klassische Telefonnetz ist unter NGN-Gesichtspunkten in Krisen- und Katastrophenbedingungen nicht mehr das was wir vor 1998 kannten. BOS-Führung im Einsatz mit unstrukturierten TK-Grundlagen, sei es im Festnetz oder überFunk, wird auf ein russisch Roulett hinauslaufen. Mal sehen wo es zuerst auffällt. LEIDER!

    Also fangen wir erst einmal an wie sich bei TETRA die neue HRT/MRT-Bedienung anfühlt, wo möglche Grenzen selbst im Kleinen festgestellt werden und welche Verwendungsoptionen zwar nett und technisch hoch interessant sind; aber wo man besser die Finger von lässt.

  4. Tetra on August 19th, 2011 12:23

    Ich finde den Bericht gut,

    Wann lernst Du endlich, lieber Manuel, das dein gebetsmühlenartiges Schlechtmachen keinen Erfolg hat. Die oben geschilderten Punkte sind schon ein Plus gegenüber dem Digitalfunk.

    Die Nebengeräuschunterdrückung geht auch ohne Zubehör!
    Endgeräte warnen bevor die Feldstärke zu gering werden!
    Gruppen können problemlos zusammengeschaltet und wieder getrennt werden, ohne das etwas am Endgerät passieren muss!
    Und aus Brandenburg zu spekulieren, ob alle nur im Nahbereich einer Basisstation waren, halte ich für überheblich.

    Für die Einsatzkräfte bedeutet das durchaus: „Praxistest bestanden“

  5. Michael Kraus on August 24th, 2011 15:25

    Sorry, da muss ich als Frevler doch noch herhalten.

    Ich finde wir (RD – über die anderen Dienste kann ich mir kein Urteil erlauben) brauchen einfach den Tetrafunk nicht. Der Analog-BOS-Funk funktioniert, zumindest in unseren Gefilden, zuverlässig. Alles wird gefunkt was zu funken ist. Alarmierung funktioniert, FMS funktioniert, Einsatzübermittlung funktioniert. Alles andere über GSM – funktioniert auch fast immer. Relevante Ausfälle und Störungen – sehr selten bis extrem selten. Von daher: Was bietet der Tetrafunk uns wirklich an echten Vorteilen (das Thema Abhörsicherheit ist wohl das mit Abstand schlechteste Argument). Unsere „Gleichwelle“ ist jedenfalls super.
    Definitiv kostet der (Tetra-)Spass Unmengen und wird lange nicht flächendeckend funktionieren. Geld ist angeblich knapp – zumindest hört man das wenn es um Aus- u. Fortbildung oder moderenes med. Equipment geht. Vieles ist machbar – auch zum Mond kann die Menschheit fliegen, aber was brauchen wir wirklich jetzt im Moment in unserem Metier am Nötigsten. Mir fällt da viel ein – zum Funk fällt mir da aber nichts ein. Nicht vergessen Leute: Es geht nicht „nur“ um die Erstanschaffung von Hardware, die enorme Summen verschlingt – nein – es geht auch um zukünftige NETZKOSTEN, die die Nutzer zu entrichten haben. Falls dafür im RD wieder die Krankenkassen aufkommen sollen, vermindert sich logischerweise der Spielraum für andere wichtige(re) Themen.

    Sorry, auch ich geniesse die Vorteile der heutigenTechnik, aber manchmal ist weniger mehr. Natürlich nur wenn man systemisch, integrativ das Thema Rettungsdienst beleuchtet.

  6. Peter on August 24th, 2011 21:23

    @Michael
    Ich stimme Dir zu, nur zählt unsere Meinung recht wenig. Die Politik hat sich einen Floh ins Ohr setzen lassen und wird es jetzt auch durchziehen, koste es was es wolle.

  7. bertl on August 28th, 2011 16:44

    bei uns in der bergigen gegend kannst den funk sowieso wegschmeissen

  8. Stefan on August 28th, 2011 22:14

    @Henning R + Manuel

    Es wurde im hier im TMO gefunkt. Zusätzlich hatten wir noch einen MRT mit DMO Repeater als Fallback im Einsatz. Der aber nicht wirklich benötigt wurde. Das vorhandene TETRA Netz funktionierte hervorragend.

    Grüsse

    Stefan

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