Die Last alter Gewohnheiten


Bonn (rd.de) – Das neue Jahr bringt in vielen Rettungsdiensten Änderungen, die nicht allerorten willkommen sind. Ob Leitstellenzusammenlegung oder der Abschied von der 19222, jede Trennung ist schmerzlich.

2010 geht in Osnabrück die bunte Regionalleitstelle auf dem Schölerberg in Betrieb. Bunt, die meisten Leser wissen es vermutlich, bedeutet, dass in einer Leitstelle Feuerwehr-, Rettungs- und Polizeieinsätze gleichermaßen auflaufen. Doch kaum eine Großleitstelle ohne Nester der „Resistance“. So berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung, dass die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim sich seit je her gegen die bunte Leitstelle in Osnabrück gestemmt hätten. Die lokalen Feuerwehrleitstellen in Nordhorn und Meppen sollen bleiben.
Das Niedersächsische Innenministerium gibt sich gelassen: Zuschüsse für die Umstellung auf die digitale Funktechnik gäbe es jedenfalls nur für die neue Leitstelle in Osnabrück. Die Widerständler denken indessen über eine gemeinsame Leitstelle Emsland-Bentheim nach.

In Bayern und Baden-Württemberg ist es mühsam, die alte Notrufnummer 19222 auf die neue 112 umzustellen. Im Kreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg) eiert man seit fast 10 Jahren um das Thema gemeinsame Leitstelle von Rettungsdienst und Feuerwehr herum. Die Stuttgarter Nachrichten berichten, der zuständige Landamtsrat gäbe nicht auf und wolle auf die Befindlichkeiten der beiden Traditionseinrichtungen DRK und Feuerwehr Rücksicht nehmen. Die Verhandlungen zur gemeinsamen Leitstelle liegen seit 2002 auf Eis, weil man sich nicht auf einen gemeinsamen Standort einigen konnte. 2007 sollte erneut verhandelt werden, doch das DRK investierte 2004 einen Millionenbetrag in die Modernisierung der Rettungsleitstelle und zementierte somit auch die 19222. Nun gibt es aber Zeichen der Annäherung: Die Disponenten werden bereits gemeinsam geschult.

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