DGN: Mehr Patienten mit neurologischen Symptomen in den Notaufnahmen


Berlin (rd_de) – Die neurologische Notfallmedizin wird immer wichtiger. Das geht aus einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) hervor, die Ende Juni 2017 publiziert worden ist.

Laut der DGN stellten sich 15 Prozent der Patienten wegen neurologischer Symptome in den Notaufnahmen der Kliniken vor. Der Anteil von Patienten, die aus der Notaufnahme stationär in die Neurologie aufgenommen werden, habe sich in zehn Jahren sogar von 40 auf 80 Prozent verdoppelt.

Damit hat sich die neurologische Notfallmedizin in den vergangenen Jahren zum drittwichtigsten Gebiet in den Krankenhausnotaufnahmen entwickelt. Nur Chirurgie und Innerer Medizin werden noch häufiger in Anspruch genommen.

Für die Untersuchung hatte die DGN-Kommission Neurologische Notfallmedizin von Juli bis September 2016 alle Einrichtungen mit neurologischen Abteilungen in Deutschland per Onlinefragebögen zur Struktur ihrer Notfallversorgung befragt. Die Rücklaufquote betrug 32 Prozent. Damit seien die Zahlen zwar nicht repräsentativ, „aber valide genug, um Herausforderungen konkret zu benennen“, sagte Professor Topka, Vorsitzender der DGN-Kommission Neurologische Notfallmedizin und federführender Autor der Studie.

Das hohe Patientenaufkommen verursacht laut der Fachorganisation erhebliche Personal- und Finanzierungsprobleme für die neurologischen Abteilungen und Kliniken. „Natürlich ist das Problem steigender Patientenzahlen nicht auf die Neurologie beschränkt. Es betrifft die Notfallversorgung als Ganzes – die Neurologie als Fach mit überdurchschnittlichem Zuwachs der Patientenzahlen aber in besonderem Maße“, erläuterte Prof. Dr. Topka.

Bis zu ein Drittel der Notaufnahmevorstellungen erfolgen bei nicht dringlichen Konstellationen. Der hohe Anteil wird unter anderem auf monatelange Wartezeiten auf Termine bei niedergelassenen Neurologen zurückgeführt.
(05.07.2017; Symbolfoto: TK Pressefoto)

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